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Markranstädt Auf Entdeckungsreise mit Formen der Kunst
Region Markranstädt Auf Entdeckungsreise mit Formen der Kunst
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17:22 11.10.2015
Ulrike Rost (2. von links) lässt sich beim Töpfern über die Schultern schauen. Quelle: Foto: André Kempner
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Schkölen

Keramik und Fotografie? Bauchige Vasen und rundliche Damen? Ein historischer Vierseithof und moderne Kunst? Ein sinnlicher Frauenakt im Stall? Dazu deutsche Lieder, die den Herbst feiern, gefolgt von Klängen aus Südamerika? Ja, das gibt es: Diese spannende Mischung nämlich vereinte das Töpferhoffest, das am Samstag Hunderte aus allen Himmelsrichtungen nach Schkölen zog. Die Besucher wissen: Wenn Ulrike Rost zum Feiern lädt, ist eine fröhliche, unbeschwerte Atmosphäre garantiert.

Krüge und Kannen baumeln an den Backsteinmauern, in der Scheune duftet es nach Kuchen, im Hof scheren sich die Pflanzen nicht um herbstliche Temperaturen, sondern blühen immer noch um die Wette. Und zu lernen gibt es bei der Keramikmeisterin und Gestalterin im Handwerk auch was. „Alle mal hergeschaut“, lädt sie zum Gucken und Staunen rund um die Töpferscheibe. Geschickt zieht Ulrike den Ton nach oben und bringt die Scheibe in Schwung; eine Vase soll nach und nach entstehen.

Das möchten die jüngsten Gäste natürlich auch können, aber so schnell geht das nicht, die Meisterin hat ihr Fach immerhin sieben Jahre lang gelernt. Zudem sei Perfektion beim Starten eher hinderlich, macht sie den Mädchen und Jungen Mut zum Arbeiten mit Ton. „Gerade in unserer Zeit tut es den Menschen unheimlich gut, etwas mit den Händen zu schaffen.“ Gesagt, getan: Lena, Lukas und die anderen dürfen die von der Meisterin gedrehte Keramik bemalen, während die großen Besucher Gebrauchsgeschirr entdecken, von denen Klein und Groß gern isst.

Der keramischen Entdeckungsreise folgt die fotografische: Bilder an Scheunen-, Stallwänden und Hoftüren machen mit Mädchen und Frauen bekannt. Bilder, die Stimmungen transportieren, den Charakter der Porträtierten einfangen, die weibliche Schönheit offenbaren: Die ganz, aber auch ganz dicke Frau, mit dem überbordenden Körper, mächtigen Schenkeln und weichen Brüsten zeigt sich ebenso selbstbewusst wie das schmale Mädchen oder die ältere Frau, deren Augen erlöschen. Und auch Szenen, deren Charme in humorvollen Motiven liegt, sind eingefangen: Dicke Männer mit Schwimmreifen um den Bauch, die neidvoll auf ein mageres, Burger futterndes, Mädchen blicken. Ist dieses Foto mit Augenzwinkern zu betrachten, lässt ein anderes mehrere Deutungen zu: Ein hellhäutiges, blondiertes Mädchen sonnt sich in ihrem Spiegelbild, während sich drei dunkelhäutige über deren Narzissmus zu amüsieren scheinen. Es sind Arbeiten des mehrfach preisgekrönten Fotografen Corwin von Kuhwede, der sich Bildermacher nennt.

Einen Kontrast zum bald 200 Jahre alten Bauernhof bilden diese Fotos nicht: „Die Bilder sind auf das Wesentliche reduziert, der Hof ebenso“, sagt Ulrike Rost. „Bilder und Hof haben Seele. Im Hof wie auf den Bildern spielt sich das Leben ab. Das passt.“

Von Ingrid Hildebrandt

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