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Markranstädt Auf den Hund gekommen
Region Markranstädt Auf den Hund gekommen
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19:14 06.02.2012
Im Mittelpunkt des Interesses: Bearded Collie Blacky Quelle: André Kempner
Markranstädt

Der Bearded Collie hat sich in kürzester Zeit zur beliebtesten Kraft im Haus entwickelt, wie Einrichtungsleiterin Daniela Riehl-Hottenrott neidlos zugibt.

Für sie ist damit ein pädagogisches Konzept aufgegangen. Denn Blacky gehört zwar Riehl-Hottenrott, gilt aber offiziell als „Kita-Hund“, der erste im Landkreis Leipzig. Auf die Idee war die Erzieherin gekommen, als sie bei der Logopädin ihrer Tochter erlebte, mit welch positiven Effekt ein Hund in der Therapie eingesetzt wurde. Der Träger der Einrichtung, die Arbeiterwohlfahrt, und das Erzieherinnen-Team waren von der Idee begeistert. Auch die Stadt unterstützt die Kita. „Es ist wichtig, dass Kinder früh mit Tieren in Kontakt kommen“, ist Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) überzeugt.

„Blacky passt sehr gut in unsere Einrichtung, da wir ein integrativer Kindergarten sind. Das Konzept geht dahin, dass jedes Kind in seiner Individualität eingebunden wird. Und mit dem Hund funktioniert das ganz leicht“, erzählt Riehl-Hottenrott. Besonders introvertierte Kinder, die Schwierigkeiten hätten sich Altersgenossen oder Erwachsenen gegenüber zu öffnen, kommen gern zu Blacky und erzählen ihr ihre Gedanken. Der Vorteil: Die Einrichtungsleiterin ist im Hintergrund immer dabei und bekommt so alles mit.

Denn Blacky hält sich nur im Büro auf. Die Jungen und Mädchen können sich aussuchen, ob sie mit dem Hund Kontakt haben möchten. Wer sich mit ihr beschäftigen will, muss sich bei seiner Erzieherin ab- und im Büro anmelden. Dieses dient gleichzeitig auch als Bibliothek und als Rückzugsraum. Hier dürfen höchstens fünf Kinder gleichzeitig herein. Wer zum nächsten Spiel geht, muss sich die Hände waschen. Die Regeln sind klar und werden von den Kindern selbstverständlich befolgt. „Das geht so weit, dass sie sich gegenseitig kontrollieren“, berichtet die Erzieherin.

Dennoch gibt es Kritik: So wird die Hygiene von einzelnen Eltern angezweifelt. Sie fragen, wer sicherstellt, dass sich die Kinder tatsächlich die Hände waschen. „Das ist Aufgabe der Erzieherinnen. Und die nehmen wir natürlich wahr“, sagt Riehl-Hottenrott, die sich wundert, dass der Gegenwind grade von Eltern kommt, die selbst Hunde halten. Das Gesundheitsamt jedenfalls hat grünes Licht gegeben. Und auch die meisten Mütter und Vätern sei von dem positiven Effekt des Kita-Hundes überzeugt. „Sie fragen regelmäßig, wie es Blacky geht“, so die Leiterin.

Die Kleinen lernen nicht nur den richtigen Umgang mit Tieren. Sie verinnerlichen auch ganz selbstverständlich, Rücksicht zu nehmen. „Wenn Blacky in ihrem Körbchen liegt und schläft, verstehen die Kleinen schnell, dass sie dann ihre Ruhe haben will“, sagt Riehl-Hottenrott. So geschehe ein Lernen auf unangestrengte Weise. Und natürlich genießen die Kinder auch einfach den Kontakt mit dem Hund, wollen ihn fühlen und streicheln.

Zum Programm der Einrichtung gehört die so genannte Waldpiste. Regelmäßig geht es mit einer Gruppe von Kindern raus in die Ellern. Auch hier ist Blacky dabei. „Da bleibt sie immer stehen und wartet, bis das letzte Kind Anschluss an die Gruppe hat. Sie passt auf, dass alle zusammen bleiben“, berichtet Riehl-Hottenrott. Das liegt Blacky in den Genen.

„Für mich war klar, dass unser Kita-Hund ein Bearded Collie sein muss“, erzählt Riehl-Hottenrott, Denn die Hüte- und Familienhunde gelten als sehr kinderlieb. „Draußen ist Blacky verspielt, will immer Aufgaben bekommen und ist bewegungsfreudig. Wenn wir aber in der Wohnung oder Kita sind, dann ist sie für alle der Ruhepol. Sie ist absolut ausgeglichen.“ Vor allem sind Bearded Collies sehr menschenbezogen. Eigenschaften, für die die Rasse bekannt ist und die auch der Grund sind, warum viele Bearded Collies als Therapiehunde arbeiten.

„Allein von Blackies Wurfgeschwistern werden drei als Therapiehunde in Schulen eingesetzt“, berichtet die Einrichtungsleiterin. Und auch Riehl-Hottenrott hat, nachdem sie die Hundeschule mit ihrem Vierbeiner schon abgeschlossen hat, noch das Ziel, mit Blacky die Ausbildung zum Therapiehund zu absolvieren.

Derzeit ist Blacky immer zu den Kernzeiten der Einrichtung da. „Ausnahmen sind allerdings, wenn ich den ganzen Tag für eine Gruppe eingeteilt bin. Dann bleibt der Hund zu Hause bei meiner Tochter“, erzählt Riehl-Hottenrott. „Und dann werde ich hier schief angeschaut und gefragt, wieso ich Blacky nicht mitgebracht habe“, sagt sie. Denn die Kinder möchten auf „ihren“ Hund nicht mehr verzichten.

Kerstin Leppich

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