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Markranstädt „Augenwischerei“ beim Sportcenter? Ausschuss unter Kritik
Region Markranstädt „Augenwischerei“ beim Sportcenter? Ausschuss unter Kritik
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08:00 22.01.2013
Markranstädt

Michael Unverricht, Sprecher des Akteneinsichtausschusses, der die Vorwürfe prüfte, reagiert genervt.

Einige Tage lang habe im Vorjahr der Ausschuss, besetzt mit Mitgliedern aller Stadtratsfraktionen, intensiv Akten gewälzt, so Unverricht gestern. Am Ende seien alle der Meinung gewesen, dass es zu keiner Zeit gravierende Sicherheitsmängel beim Sportcenter, es keine Bedenken gegen den Bau der Photovoltaikanlage (PVA) auf dem Dach gegeben habe. „Eine Gefährdung für Leib und Leben hat es nie gegeben“, erklärte Unverricht. Wenn jetzt einige etwas anderes behaupten würden, nerve das langsam.

Der Abschlussbericht des Ausschusses sei „Augenwischerei“, behaupten hingegen die Freien Wähler Markranstädt. Der Bericht habe nur zur Ablenkung und Beruhigung der Stadträte und der Öffentlichkeit gedient, so der Vorwurf. Die PVA und die zusätzliche Trägerverstärkung seien Schwarzbauten gewesen, die Baugenehmigung nur nachträglich eingeholt worden. Bis zur Trägerverstärkung des Daches sei eine Gefahr für Leib und Leben nicht auszuschließen gewesen, so die Wählervereinigung. Ihre Behauptung: Die Stadt habe es billigend in Kauf genommen, dass Schüler, Sportler oder Bürger zu Schaden kommen könnten. Spiske: „Wir sind entsetzt, dass wiederum mehr als ein Jahr ins Land gegangen ist, seit dem wir den ‚Finger‘ auf die Wunde gelegt haben und nach wie vor nichts passiert ist.“ Er woll die Arbeit des Ausschusses nicht bewerten. „Wir sind aber sicher, dass dem Ausschuss unter dem Vorsitz der Bürgermeisterin a.D. nicht alle Unterlagen zugänglich waren.“ Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Carina Radon (CDU) wegen Baugefährdung wieder aufgenommen.

Tatsächlich hatte für den Bau im Frühjahr 2011 keine Genehmigung vorgelegen. Stadt und Kreis waren damals uneins, ob überhaupt eine nötig ist. Bekanntlich war das Baurecht 2011 geändert worden, seit jenem Herbst sind solche Anlagen genehmigungsfrei. Selbstverständlich seien vor der Montage der Anlage statische Nachweise erstellt worden, so die Stadt. Die Lasten der Anlage in Verbindung mit Schneelasten hätten Teilbereiche der Trapezbleche an deren Belastungsgrenze geführt. Daher seien im Sommer für den Lastfall Schnee in Teilbereichen Unterzüge eingebaut worden.

Jörg ter Vehn

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