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Markranstädt Ausschreibung für Hausabriss läuft völlig anders als geplant
Region Markranstädt Ausschreibung für Hausabriss läuft völlig anders als geplant
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14:14 19.05.2015
Die teurer gewordene Lücke in der Leipziger Straße klafft schon. Wann auch das marode Vorderhaus (links) abgerissen wird, ist derzeit aber noch unklar. Quelle: André Kempner

Im Technischen Ausschuss am Montagabend erläuterte Bauamtschefin Uta Richter das für die Stadt extrem schlecht gelaufene Ausschreibungsverfahren. Dabei war im September vorigen Jahres das marode Vorderhaus (Leipziger Straße 24) bewusst wieder aus dem Leistungskatalog herausgelöst worden, nachdem von der Erbengemeinschaft des Nachbarhauses Nummer 26 zunächst keine Einwilligung für stabilisierende Maßnahmen an deren Giebel zu erhalten gewesen war.

Das beauftragte Planungsbüro der Stadt errechnete einen neuen geschätzten Umfang von 105 000 Euro. "Die Submission ergab jedoch 178 000 Euro", sagte Richter. Damit würden die reinen Baukosten für das Areal insgesamt von den geplanten 166 000 Euro auf voraussichtlich 282 000 Euro steigen - sofern der Abriss der Vorderhauses nicht mehr als die geplanten 90 000 Euro kostet.

Stadtrat Jens Schwertfeger (CDU), selbst ein Mann vom Bau, konnte sich das nur so erklären: "Bei der beschränkten Ausschreibung wurden fünf Unternehmer angeschrieben, drei haben mangels freier Kapazitäten abgesagt, die zwei verbliebenen gepokert und die Preise hochgetrieben." Ob dem beauftragten Planungsbüro Fehler unterlaufen seien, wollte er wissen.

Richter antwortete, zusammen mit den Rechnungsprüfern und einem Anwalt sei das ganze Verfahren danach geprüft worden. Schließlich könne bei einem Fehler in der Planung die Ausschreibung aufgehoben werden.

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) erläuterte, die Prüfung habe keinen Fehler gefunden. Auch die Preisbildung bei den Unternehmen lasse nicht auf Unregelmäßigkeiten schließen. Richter: "Ab Ende blieb nur abzuwägen, wo droht der Stadt mehr Schaden?"

Spiske: "Sicher gab es Kostensteigerungen bei dem Projekt." Er warnte aber davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Der Abriss des Vorderhauses sei eigentlich nicht geplant gewesen, wegen des schlechten Zustandes aber nötig. Letztlich sei auch noch kein weiteres Geld geflossen, da dem die Stadträte noch zustimmen müssten. Spiske erklärte, es liege natürlich im Interesse der Stadt, das marode Gemäuer nun möglichst schnell abzureißen. Wann das sein soll, sagte er nicht. Für das nächste Jahr würden Fördermittel beantragt, hieß es.

Ursprünglich hatten die Stadträte einer Summe von 180 000 Euro für das Abrissprojekt Leipziger Straße 20-24 zugestimmt. Wie Spiske selber einer Stadträtin antwortete, belaufen sich die aktuell geschätzten Gesamtkosten für das Vorhaben auf 350 000 Euro.

Spiske und "Erstmals"

Markranstädt. Erstmals hätten in Markranstädt im Vorjahr die Gewerbesteuern die Schallmauer von fünf Millionen Euro durchbrochen, freute sich Bürgermeister Jens Spiske beim Neujahrsempfang am 17. Januar vor 250 Gästen. Dumm nur, dass die Marke bereits 2008 (5,18 Mio) und 2010 (5,23 Mio) gefallen war. Die LVZ fragte beim Bürgermeister nach, wie er nun mit der falschen Information umgehe. "Herr Spiske sprach auf dem Neujahrsempfang davon, dass die Gewerbesteuern erstmals seit Jahren wieder die Fünf-Millionen-Grenze durchbrochen haben", antwortete Sprecherin Anja Landmann. Und: "Die Rede des Bürgermeisters wurde in der LVZ falsch wiedergegeben." Bloß: Die LVZ erwähnte "erstmals" gar nicht. Spiske hatte es in einer Pressemitteilung verbreitet, ohne die Einschränkung "seit Jahren".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.01.2015
Jörg ter Vehn

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