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Badestelle für Behinderte soll bis Sommer fertig werden

Badestelle für Behinderte soll bis Sommer fertig werden

Freudige Gesichter am Montagabend bei den Mitgliedern des Aktionskreises "Modernes Markranstädt - barrierefrei?!": Der Technische Ausschusses der Stadt vergab den Bauauftrag für die behindertengerechte Badestelle am Kulkwitzer See.

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Badestelle vor allem für Behinderte: An dieser Stelle führt künftig ein Steg bis in gut ein Meter Wassertiefe in den Kulkwitzer See hinein.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Lutz Gatter vom Arbeitskreis war mit seinem Rollstuhl in den Beratungsraum gekommen, aber auch andere Mitglieder der engagierten Truppe nahmen an der Sitzung teil, die den Schlussstrich unter eine schon lange währende Geschichte setzte.

Denn eigentlich sollten die Pläne für den Steg hinunter ins Wasser am Ende des barrierefreien, aber serpentinenreichen Zugangs zum See bereits im Vorjahr umgesetzt werden. Im Sommer vorigen Jahres seien die Pläne soweit gewesen, so Bauamtschefin Uta Richter. "Aber da waren die Stahlpreise zu hoch", wiederholte sie Montagabend die Erklärung für den verspäteten Bau. Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) sprach von einer "exorbitanten Steigerung" der Kosten damals. Anstelle der vom Planungsbüro Seecon veranschlagten 143 000 Euro für den Bau seien 240 000 Euro verlangt worden.

Der neuerliche Anlauf jetzt landete auch nicht bei dem erwarteten Preis. Zwei Gebote seien eingegangen, so Richter. Das günstigste Angebot habe bei 161 000 Euro gelegen, das zweite sei 6,7 Prozent teurer gewesen. Die Räte votierten erwartungsgemäß einstimmig für das preiswertere Angebot. Zwischen Ende März und Ende Juni solle der Zugang aufgebaut werden, erklärt Richter. Derzeit werde in dem Bereich am See das Schilf entfernt.

Wie berichtet, soll das gut 45 Meter lange und 1,75 Meter breite Stegbauwerk in einem leichten Gefälle bis in gut ein Meter Wassertiefe hinunter führen. Am Ende geht es mit zwei Stufen weiter hinab. Zwei Stellplätze zum Umsteigen von den regulären Rollstühlen auf solche speziell zum Baden sind zudem auf dem Steg geplant.

Insgesamt könnten dort bald nicht nur Behinderte, "sondern alle Leute bequem in den See hinein", freute sich Gatter über die Lösung, an der er selber und der Aktionskreis intensiv mitberaten hatten.

Jens Schwertfeger (CDU) hatte vor dem Beschluss die Verwaltung nach ihren Erkenntnissen zu den Gründen für die Rutschungen im See im Vorjahr auf der Göhrener Seite und den Folgen etwa für die Rampe befragt. Spiske erwiderte, die Rutschungen hätten nichts zu tun mit Vorfällen wie etwa in Nachterstedt. Das hätten ihm Prüfer versichert. Wasserschlag und Wellen hätten nach ihren Aussagen zu den Böschungsabgängen geführt. "Das war ganz normale Erosion, darin ist keine Gefahr zu sehen", sagte er. Auch von Plänen, wegen drohender weiterer Rutschungen eventuell den Wasserstand des Sees zu senken, wisse er nichts.

Um den neuen Badesteg, der sich planerisch an den Zugang für Behinderte am Cospudener See anlehnt, soll es zudem schön grün werden. Dazu vergaben die Räte den Auftrag über die Bepflanzung der dortigen Grünanlage im Wert von 59 300 Euro an eine Gartenbaufirma aus Wurzen.

Auf Wunsch von Stadträtin Rosel Glöckner (SPD) soll zudem von der Verwaltung geprüft werden, ob oberhalb der Rampen zum See hinunter nicht ein oder zwei Parkplätze für Behinderte geschaffen werden können. Schließlich sei der Weg hinunter zum See schon beschwerlich genug, meinte sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.02.2015
Jörg ter Vehn

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