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Bartholomäus bleibt auf Geschäftspost

Bartholomäus bleibt auf Geschäftspost

 


Markranstädt. Mit dem Slogan „Markranstädt – die Stadt am See“ und dem heiligen Bartholomäus als Stadtwappen repräsentiert sich die Kommune auch künftig.

Bei zwei Enthaltungen und der Gegenstimme von Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) beschloss der Stadtrat fast einmütig am Wappen festzuhalten und stellte sich damit gegen die Rathauschefin. Der heilige Bartholomäus hat in dieser Woche in mehrerer Hinsicht für Bewegung gesorgt. So ist nicht nur das steinerne Denkmal am Kreisel wieder in die Ausgangsposition gerückt worden, auch als Wappen bleibt er auf offiziellen Briefen und Veröffentlichungen erhalten. Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann erinnerte am Donnerstagabend im Ratssaal daran, dass im Verlauf des Stadtmarketingprozesses das Leitmotiv „Markranstädt – Mit Energie in die Zukunft“ und die fünf Leitsätze beschlossen wurden. Das zuvor „recht beliebige Erscheinungsbild“, so Lehmann, solle das neue Logo mit stilisierten Wellen, die auf den Kulkwitzer See verweisen, ablösen. Radon sprach von einer „durchgehend ausgesprochen positiven Resonanz“ auf die abgestimmte Werbung. Das Publikum äußerte dagegen Unverständnis. „Wir haben eine Satzung zum Führen von Wappen und Dienstsiegel, in den anderen Bereichen, wo wir uns als Marke verkaufen wollen, werden wir mit dem neuen Erscheinungsbild punkten“, verkündete Radon CDU-Stadtrat Christian Aegerter zeigte sich erstaunt darüber, dass sich das Logo von der Geschäftspost bis zum Amtsblatt durchziehen soll und kritisierte Radons Annahme, die Gestaltung offizieller Briefe liege allein in ihrem Ermessen: „Ihre Rechtsposition halte ich für nicht richtig“, äußerte er. Mit Verweis auf die Paragrafen 28 und 51 der Sächsischen Gemeindeordnung sowie ein Gerichtsurteil argumentierte er, dass „sobald ein Beschluss kommunalpolitische Bedeutung hat, der Stadtrat zuständig“ ist. Er erinnerte an das Votum des Verwaltungsausschusses vom 15. Oktober 2002, bei dem das Schmuckwappen „Die Stadt am See“ beschlossen worden war und sieht darin eine Beauftragung durch den Stadtrat. Radon entgegnete, man müsse das Stadtmarketing von den amtlichen Aufgaben der Gemeinde trennen. „Die Marke ist im Rahmen des Stadtmarketingprozesses entwickelt worden. Es ist eine logische Konsequenz, sie auch ins Stadtmarketing aufzunehmen“, sagte sie. Hans-Jürgen Berg (Linke) bemängelte, der Stadtmarketingprozess sei kein Ersatz zum Stadtrat und ein konsequentes Weglassen des Wappens würde die Tradition der Stadt unter den Teppich kehren. „Wir haben das Logo soweit entwickelt und gehen davon aus, dass wir das beibehalten“, beharrte Radon. CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kirschner plädierte für mehr Informationen im Vorfeld geplanter Änderungen. „Wir haben Probleme, den Menschen zu erklären, was die grünen und blauen Punkte bedeuten“, sagte auch Aegerter und stellte den Sachantrag, dass für das Amtsblatt das bisherige Design aus Stadtwappen und Logo weiter zu verwenden ist. Anwesende Bürger quittierten die getroffene Entscheidung mit Applaus. Wie weit der Spielraum der Bürgermeisterin und der des Stadtrates reicht, wollen beide Parteien prüfen.

Kendra Reinhardt

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