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Markranstädt Beste Freundinnen von der Schule bis zum Seniorenheim
Region Markranstädt Beste Freundinnen von der Schule bis zum Seniorenheim
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13:51 19.05.2015
Seit über 80 Jahren beste Freundinnen: Gertraud Rosenkranz (l.) und Gerta Siewerth im AWO Heim in Markranstädt. Quelle: Andre Kempner

e. Inzwischen sind beide 95 Jahre alt und genießen ihren Lebensabend im AWO-Seniorenzentrum im Park. "Wir kennen uns schon so lange und haben uns noch niemals ernsthaft gestritten", erzählt Gertraud Rosenkranz immer wieder gern.

Damals in den 1930er Jahren besuchten die beiden als Jugendliche die kaufmännische Schule in Markranstädt. "Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und haben immer wieder ausgedehnte Fahrradtouren unternommen", erinnert sich Gerta Siewerth. Damals ging es nach Jena und Suhl. Gertraud Rosenkranz erzählt von Jugendherbergen, Flüssen und Singen am Lagerfeuer. Selbst an die Leberwurstbrote auf der Reise kann sie sich noch erinnern: "Die haben wir die ganze Zeit über gegessen."

Doch auch später haben die beiden Frauen ihre Freundschaft gepflegt. "Wir haben uns in den Jahrzehnten immer wieder getroffen und gemeinsam die Geburtstage gefeiert", so Rosenkranz. "Und das Besondere ist, dass die Freundschaft auch auf unsere Familien übergegangen ist." Vor allem Siewerths Tochter Ursula Lehmann war in den vielen Jahren immer wieder bei den gemeinsamen Geburtstagsfeiern dabei und pflegt bis heute eine enge Freundschaft zur besten Freundin ihrer Mutter. Und dass, obwohl Ursula Lehmann als Jugendliche manchmal auch den Sportunterricht von Gertraud Rosenkranz besuchte. "Damals hatten die Schülerinnen richtig Respekt vor ihr", sagt Lehmann. "Wenn man die Schüler nicht fordert, dann erreichen sie auch nichts", ist Rosenkranz überzeugt und lächelt.

An ihrer Freundin Gerta Siewerth bewundert die Seniorin vor allem den Fleiß, den sie in das Möbelhaus steckte, das von deren Vater 1924 gegründet worden war. "Die ganze Familie hat immer sehr viel Energie investiert, um das Unternehmen zum Erfolg zu führen", findet sie. Die Enteignung in der DDR und die Reprivatisierung nach der Wiedervereinigung hatte die Familie mitgemacht. Inzwischen arbeiten mit Ursula Lehmann und ihrem Sohn bereits die dritte und vierte Generationen in dem Geschäft. Auch Gerta Siewerth arbeitete bis vor knapp einem Jahr noch intensiv mit und ging erst im stattlichen Alter von 94 Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Rente.

Der Umzug ins Seniorenzentrum war nur der logische Schluss, denn ihre beste Freundin Gertraud Rosenkranz wohnte hier schon seit fünf Jahren. Und die hatte vom leckeren Essen bis zu den freundlichen Mitarbeitern bereits allerlei Gutes über die Einrichtung erzählt. "Die Bewohner werden hier hervorragend betreut", findet Tochter Ursula Lehmann. "Es werden allerlei Aktivitäten wie Gedächtnistraining und Musikveranstaltungen organisiert, an denen die beiden Freundinnen gemeinsam teilnehmen." Zudem ist die Einrichtung nur fünf Minuten entfernt, so dass sie ihre Mutter häufig besuchen könne. Auch Gertraud Rosenkranz ist begeistert, dass ihre beste Freundin ihr nun im selben Seniorenzentrum lebt. "Wir sehen uns häufig, haben Spaß und erinnern uns an früher", sagt sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2015
Jan Iven

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