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Bis zu 70 weitere Kitaplätze schnell möglich

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Kindergartenplätze sind gesucht – auch in Markranstädt. Dabei hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) der Stadt schon vor mehr als zwei Jahren angeboten, leer stehende Räume im Gartengeschoss ihres sanierten Objekts in der Oststraße auf eigene Kosten als Kindergarten herzurichten.

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Jürgen Herrn zeigt auf die untere Etage des Awo-Gebäudes in der Oststraße, in dem noch 2013 eine weitere Kita eingerichtet werden könnte.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Sie erneuert jetzt ihr Angebot.

Auf die Idee sei er durch die LVZ-Veröffentlichung zum jüngsten Kita-Bedarfsplan gekommen, so Jürgen Herrn, als Geschäftsführer der Senioren- und Sozialzentrum gGmbH Sachsen-West Hausherr in der Oststraße. Wie berichtet, hatte die Stadt in dem Plan einräumen müssen, trotz aller Anstrengungen in den vergangenen Jahren den Bedarf an Kita- und Krippenplätzen nicht vollständig abdecken zu können. Dabei gibt es ab August einen gesetzlichen Anspruch darauf. Bei den Krippen sind derzeit 88 Prozent erfüllt, bei den Kitas 92 Prozent. Aus Sicht der Verwaltung werde daher noch eine Einrichtung mit einhundert Plätzen (25 Kinderkrippen- und 75 Kindergartenplätze) in der Kernstadt benötigt, so das Rathaus in seinem Papier an die Stadträte.

„Zwischen 50 und 70“ Plätze ließen sich bestimmt zügig im Gartengeschoss der Awo-Einrichtung herstellen, so Herrn. Die halbe untere Etage des Hauses sei beim Umbau ab 2010 bewusst leer gelassen worden, denn der Awo schwebe insgesamt ein größeres Konzept für ihre Einrichtung vor. „Wir wollten immer ‚Altenpflege und mehr‘ hier verwirklichen, eine Art Soziales Quartierszentrum werden“, so Herrn. Eine Einrichtung für Kinder oder Jugendliche sei dabei eines der Ziele gewesen.

Er habe das Konzept damals auch Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) vorgeschlagen, aber von ihr außer ein paar freundlichen Worten nichts Konkretes erhalten. Zwischenzeitlich habe es Angebote genug für die Räume gegeben: Ergotherapie, medizinische Fußpflege – „wir haben die Räume aber bislang freigehalten, um die Umsetzung des Konzepts Soziales Quartierszentrum nicht zu verhindern“, so Prokurist Stephan Zimmer.

15 000 Quadratmeter Freifläche rund ums Haus und Synergieeffekte bei der Nutzung von Küche, Parkplätzen und mehr sprächen für die Einrichtung, so Herrn. Die Räume seien trocken und flexibel gestaltbar, die meisten hätten Tageslicht, etliche Fenster ließen sich wie Balkontüren zum Garten vergrößern. Die Awo würde die Kita auf eigene Kosten für den künftigen Betreiber, günstigsterweise auch aus der Awo-Familie, herrichten und „zum Selbstkostenpreis“ an die Betreiber vermieten, verspricht er. Eine grundsätzliche Zusage der entsprechenden Awo-Abteilung liege vor.

Bevor er jedoch Planungskosten verursache und den Umbau anschiebe, müsse er Klarheit haben, so Herrn. „Eine verbindliche Aussage zu einer Kindereinrichtung bei uns im ersten Quartel wäre hilfreich“, bittet Zimmer freundlich.

Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann, die mangels Bürgermeister derzeit im Markranstädter Rathaus die Geschäfte führt, kennt das Projekt. „Die Idee finde ich äußerst interessant“, sagte sie gestern. Gerade die Verbindung zwischen Kindern und dem Altenpflegeheim in dem Haus könnte ihr gefallen. Die Awo sei zudem ein etablierter und verlässlicher Partner in der Stadt. Gleichwohl seien alle Kindereinrichtungen der Stadt bislang in eigenen Gebäuden untergebracht. So spare die Stadt viel Geld bei den Mieten.

So sei auch das Herstellen einer neuen Einrichtung weniger das Problem, als vielmehr sein dauerhafter Betrieb, mahnte sie zur Besonnenheit. Die Verwaltung habe dafür jährliche Kosten von rund 250 000 Euro für die Stadt ermittelt.

Derzeit werde gerade der Etatentwurf für dieses Jahr für die Stadträte erarbeitet, so Lehmann. Daraus werde ersichtlich sein, welchen Spielraum die Stadt für eine weitere Einrichtung habe. „Dem will ich nicht vorgreifen, werde mich aber trotzdem bei der Awo für ihr freundliches Angebot bedanken“, versprach sie.

Jörg ter Vehn

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