Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Bombendrohung in der Grundschule
Region Markranstädt Bombendrohung in der Grundschule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 03.09.2010
Verwaist – das Gebäude und der Hof der Markranstädter Grundschule: Wo sonst Kinder spielen und toben herrschte gestern Morgen gespenstische Ruhe. Quelle: André Kempner
Anzeige
Markranstädt

Mehr als 250 Schüler der Klassen eins bis vier mussten evakuiert werden. Trotz intensiver Suche durch die Polizei wurde jedoch keine Bombe gefunden.

Ein männlicher Anrufer meldete sich um 7.40 Uhr im Sekretariat der Schule und kündigte an, dass um 8.30 Uhr eine Bombe hochgehen solle. Sofort informierte die Schulleitung Polizei, Feuerwehr und Rathaus. Die Kinder wurden so schnell wie möglich evakuiert, sie kamen zunächst in der Stadthalle unter, wurden später dann auf verschiedene Kindergärten verteilt, wo die meisten von ihren Eltern abgeholt wurden. „Wir konnten die Kinder wegen der Nähe zur Schule nicht in der Halle lassen“, erklärte Bürgermeisterin Carina Radon (CDU).

Die Eltern seien dann sofort von den Lehrern informiert worden. „Aber einige waren schon geschockt, als sie das erfahren haben“, sagte eine Mitarbeiterin der Kindertagesstätte „Am Weißbachweg“, wo alle ersten Klassen untergebracht waren. Hier halfen auch die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses. „Wir haben den Sportraum zur Verfügung gestellt, denn die Räume im Kindergarten haben ja bei weitem nicht ausgereicht“, sagt Frank Hartmann, Leiter der Einrichtung. Außerdem hätten sie Frühstück für die Kinder gemacht, sie hätten schließlich ohne alles die Schule verlassen müssen. Ohne Essen und Getränke, ohne Rucksäcke und Jacken.

Die zweiten Klassen wurden von den Lehrern, Sanitätern und der ersten Beigeordneten Beate Lehmann zum Kindergarten „Am Hoßgraben“ gebracht, die dritten und vierten Klassen kamen ins Sportcenter. „Alles ist sehr routiniert und geordnet abgelaufen“, sagte Radon, die einen Termin in Leipzig abbrach und sofort nach Markranstädt zurückfuhr. Die Kinder seien mit Spielen abgelenkt worden, um ihnen keine Angst zu machen. „Aber die Lehrer haben sie schon über den Ernst der Lage informiert.“ Sie sei vor allem über die Gelassenheit und Klarheit der Lehrer erstaunt gewesen.

Radon selbst hatte den Kontakt zu den Sicherheitskräften gehalten, Lehmann zu allen Pädagogen, den Eltern und Kindern. Auch die Markranstädter Bau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft sprang ein, als sie von der Bombendrohung erfuhr. Sämtliche Hallenwarte wurden zum Sportcenter beordert, um die Kinder mitzubetreuen.

Um 10 Uhr hatte die Polizei die Suche ohne Ergebnis abgebrochen. Eine Bombe ist nicht gefunden worden. Zehn Mann vom Einsatzzug der Polizeidirektion (PD) Westsachsen waren vor Ort. Hunde wurden nicht eingesetzt. „Die Zeit hätte nicht gereicht, bis die Tiere hier gewesen wären“, begründete Marc Linzmaier, Pressesprecher der PD. „Das war Gott sei Dank nur ein ganz böser Scherz“, so Radon. Die Kinder, die nicht von ihren Eltern abgeholt worden sind, konnten nach der Aufregung wieder in die Schule zurück. „Alle sind noch ganz schön aufgewühlt, jetzt gibt es Mittagessen für die Kinder, die noch da sind, aber an Unterricht ist heute nicht mehr zu denken“, sagte eine Lehrerin der Grundschule.

Eine Vermutung, wer der Anrufer gewesen sein könnte, haben weder die Stadt noch das Kollegium. Die Polizei ermittelt nun gegen Unbekannt wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung einer Straftat“, erklärte Linzmaier. Vor allem werde die Telefonverbindung überprüft. Das könne allerdings mehrere Wochen dauern, weil vorher die Staatsanwaltschaft informiert werden müsse. Linzmaier hofft, dass es nun Hinweise auf den Täter aus der Bevölkerung gibt.

Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Große Überraschung für Hans-Jürgen Berg von der Linksfraktion des Stadtrates: Ihm flatterte in der vergangenen Woche eine Klage ins Haus. Eingereicht von Markranstädts Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) und der ersten Beigeordneten Beate Lehmann.

02.09.2010

Für Markranstädter Eltern dürfte es ab kommenden Dienstag eine deutliche Erleichterung geben: In das Ärztehaus in der Eisenbahnstraße 10 zieht ein Kinderarzt ein.

01.09.2010

Die Bürger von Markranstädt machen sich Sorgen um ihre Einwände und Stellungsnahmen zum ausgelegten Bebauungsplan (B-Plan) Kulkwitzer See. Das war auch ein Thema der Sonderstadtratssitzung in der vergangenen Woche.

31.08.2010
Anzeige