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Markranstädt Brandstiftung im Gewerbegebiet aus Frust – Haftstrafe für 32-Jährigen
Region Markranstädt Brandstiftung im Gewerbegebiet aus Frust – Haftstrafe für 32-Jährigen
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08:00 03.06.2017
Hinter Gittern: Der Angeklagte sitzt mit seinem Zwillingsbruder derzeit in einer Zelle in Leipzig. Quelle: André Kempner
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MARKRANSTÄDT/LEIPZIG

Noch in der Tatnacht, am 6. Januar 2017, konnte er als Verdächtiger ausfindig gemacht werden. Seine Fußspuren im Schnee führten direkt vom Brandort im Markranstädter Ortsteil Frankenheim bis zum Grundstück im Dorf, in dem er mit seinem Zwillingsbruder wohnt. Am Freitag gab Stefan A. (32) am Amtsgericht Leipzig die vorsätzliche Brandstiftung zu. Er hatte bei der Firma KS-Cars & Nutzfahrzeuge im Gewerbegebiet eine Doppelgarage, auf deren Dach sich eine Solaranlage befand, angezündet. Das Gebäude, das als Lager für Diverses vom Rasenmäher bis zum Farbeimer diente, wurde komplett zerstört. Schaden: fast 50 000 Euro.

Das Gericht verurteilte den gelernten Landwirt zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten und wies ihn zudem zu einer Alkoholentziehungstherapie in den Maßregelvollzug ein. „Es ist Ihre einzige Chance, dass Sie die Maßregel durchstehen, um danach ein straffreies Leben führen zu können – am besten in einem betreuten Wohnprojekt auf dem Bauernhof“, meinte der Vorsitzende Richter Klaus Hüner. Stefan A., dem Psychiater Christof Hieronymus eine Intelligenzminderung sowie Alkoholabhängigkeit attestierte, zündelte im Januar aus reinem Frust – nicht zum ersten Mal. „Ich hatte Probleme“, gab der 32-Jährige an. Er war erst im September 2016 aus dem Gefängnis entlassen worden und lebte im Januar mutterseelenallein auf dem Hof. Denn im November kam sein Zwillingsbruder in Haft. Martin A. hatte einen Stall in Brand gesteckt, wobei die Flammen auf das Haus der Eltern übergriffen. „Brandstiftung ist bei beiden Brüdern schon lange ein Thema – als Stimmungsregulierung“, so Hieronymus. Laut Gutachter waren die Zwillinge bei Oma und Opa aufgewachsen. Als sie vor einem Jahrzehnt starben, blieben die Brüder auf dem Hof „und entwickelten sich zum Bürgerschreck“, so der Psychiater. Sie schlossen sich einer Jugendbande von Dieben an. Dass Stefan A. die Doppelgarage anzündete, um in den Knast zu seinem Bruder Martin zu kommen, sei durchaus denkbar, hieß es am Freitag. Und tatsächlich, so strahlte der Anklagte, liege er nun mit Martin sogar auf einer Zelle. Auch für diesen hatte das Gericht eine Therapie angeordnet, die sie gemeinsam in Leipzig absolvieren werden. Nach einer Besprechung mit Verteidigerin Henrike Wittner nahm Stefan A. das Urteil an.

Von Sabine Kreuz

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