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Markranstädt Buchstaben aus der Spraydose Sprühdose
Region Markranstädt Buchstaben aus der Spraydose Sprühdose
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13:53 19.05.2015
Farbtupfer am Weißbachweg: Lars Eberlein (links) und sein Helfer Tony gestalten die Giebelwand des Mehrgenerationenhauses in Markranstädt. Quelle: André Kempner

Mit einem Freund verziert er derzeit das Mehrgenerationenhaus auf 200 Quadratmetern mit Buchstaben in allerlei Grüntönen. "Das Graffito soll sich farblich an den angrenzenden Grünanlagen orientieren, die unterschiedlichen Buchstaben von modern bis altdeutsch mehrere Generationen versinnbildlichen", erklärt er. Gesprayt wird von den beiden jungen Männern ganz offiziell im Auftrag der Stadt. "Das Mehrgenerationenhaus wurde ständig beschmiert. Es war ein richtiger Schandfleck", so Eberlein. Bestes Mittel gegen Schmierfinken sind professionelle Graffiti. Zum einen sehen die sehr viel schöner aus als einfaches Geschmiere. "Außerdem haben auch die illegalen Sprayer Respekt vor solchen Bildern." Das Mehrgenerationenhaus ist nicht das erste Gebäude, das von Eberlein legal mit Graffiti besprüht wird. In der Oberschule, in der er unterrichtet, hat er den Pausenhof bunt verziert. Für seine Schüler bietet er zudem zweimal in der Woche ein entsprechendes Ganztagesangebot an. "Mit Graffiti lassen sich auch junge Leute für Kunst begeistern", sagt der Lehrer. Dabei müssen sie erst mal verschiedene Techniken üben, bevor sie mit dem Sprühen anfangen. "Wir sprühen nur auf Leinwände, nicht auf Wände", versichert Eberlein. Dennoch wäre es gut, wenn es in Markranstädt mehr legale Flächen geben würde, an denen sich der Nachwuchs ausprobieren könnte. Eberlein sprüht seit seinem 14. Lebensjahr, hat in seiner Jugend vor allem auf Papier gearbeitet. "Ich wusste, dass ich Lehrer werden wollte, deswegen bin ich nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten." Mittlerweile würden sich Graffiti immer mehr zu einer anerkannten Kunstform entwickeln, die im öffentlichen Raum legal umgesetzt werden kann. Kathleen Horn von der Volkshochschule, die im Mehrgenerationenhaus angesiedelt ist, freut sich über die Farbtupfer. "Es war notwendig, dass sich etwas tut", sagt sie. Das Konzept für die Bemalung kannte sie noch nicht. "was bisher zu sehen ist, gefällt mir aber sehr gut." Eberlein schätzt, dass er mit seinem Helfer noch zwei Arbeitstage für das Bild brauchen wird. "Allerdings hängt das auch ein bisschen vom Wetter ab, es sollte erst einmal wärmer werden." Und auch die Post mit den neuen Spraydosen muss noch eintreffen. Bis zur Fertigstellung werden die beiden wohl 600 Dosen geleert haben. Die Kosten von 3500 Euro trägt die Stadt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.02.2015
Jan Iven

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