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Markranstädt Gerhild Landeck erhält Bundesverdienstkreuz für soziales Engagement
Region Markranstädt Gerhild Landeck erhält Bundesverdienstkreuz für soziales Engagement
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00:28 30.11.2015
Bürgermeister Jens Spiske (links) gibt zu Ehren von Gerhild Landeck (Mitte) einen Empfang im Ratsaal in Markranstädt. Quelle: Stadt Markranstädt
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Markranstädt

Das war eine aufregende Woche für Gerhild Landeck. Am Mittwoch überreichte ihr Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in der Staatskanzlei in Dresden das Bundesverdienstkreuz für ihr ehrenamtliches soziales Engagement, einen Tag später wurde der 61-Jährigen in Markranstädt ein herzlicher Empfang bereitet. Vertreter aus Politik und Stadtverwaltung, Kollegen, Wegbegleiter und Freunde gratulierten der Leiterin der Beratungsstelle Durchblick im Ratssaal zu der Auszeichnung.

„Sie ist der gute Geist der Verwaltung, selbstlos und unser soziales Gewissen. Sie denkt immer zuerst an die Anderen. Sie ist Vorbild für uns alle, für uns Mitarbeiter, für die Menschen in Deutschland und darüber hinaus“, würdigte sie Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler). Bei allem Lob: Für den Verdienstorden vorgeschlagen worden war die Leipzigerin nicht von der Stadt Markranstädt, sondern vom Verein FASD Deutschland.

Der hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit für die Krankheit Fetal Alcohol Spectrum Disorder, die Schädigung des ungeborenen Kindes durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft zu sensibilisieren. Landeck, Mutter von vier leiblichen Kindern und einem Pflegesohn, der an FASD leidet, hatte den Verein 2002 mit ins Leben gerufen. Zudem sitzt sie im Bundesvorstand der Pflegeelternverbände.

FASD gilt in Deutschland als häufigste, nicht genetisch bedingte geistige Behinderung. Nichtsdestotrotz erkennen viele Ämter die schwer zu stellende Diagnose nicht an, Betroffene erhalten oftmals keine Sozialleistungen und keine geeignete Förderung. „Gerhild Landecks Ziel ist es, die Lebensbedingungen Betroffener zu verbessern“, hieß es in Tillichs Laudatio, der diese Woche insgesamt zwölf Sachsen, stellvertretend für Bundespräsident Joachim Gauck, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen hat.

„Gerhild ist wunderbar. Sie macht so viel ehrenamtlich und möchte keinen Dank dafür. Sie ist für jeden da, sitzt manchmal bis tief in die Nacht am Telefon und berät Menschen aus ganz Deutschland“, berichtete Vereinsvorsitzende Gisela Michalowski. Die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (SPD), wünschte ihr „viel Kraft, auch für die nicht ganz leichten Aufgaben, die vor uns liegen“. Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) war verhindert, ließ aber ausrichten: „Ihre Arbeit war und ist gelebte Solidarität, ein unschätzbarer Dienst am Nächsten.“

Eigentlich habe sie den Preis ausschlagen wollen, gestand Landeck. „Es gibt so viele, die ihn verdient hätten“, meinte sie bescheiden. Tillich hatte es am Mittwoch auf den Punkt gebracht: „Sie bauen Brücken zwischen den Menschen. Ihr Engagement schafft Zusammenhalt, den unsere Gesellschaft braucht.“

Von Ulrike Witt

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