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Crashkurs für Feuerwehrmänner und -frauen von morgen

Crashkurs für Feuerwehrmänner und -frauen von morgen

Während sich Erwachsene mit knapper Freizeit vielerorts nur schwer für den Einsatz in der örtlichen Feuerwehr begeistern lassen, sind Kinder noch Feuer und Flamme für diese ehrenvolle Aufgabe.

Markranstädt. Damit der Funke richtig überspringt, das bedeutet trotz konkurrierender Vereinsangebote auch ein paar Nachwuchskräfte den Weg zu ihnen finden, gewährt Ortswehrleiter Michael Polz jeden Donnerstag von 13.15 bis 14 Uhr einem knappen Dutzend Grundschülern im Ganztagsangebot Einblicke in das Metier der Kameraden. Mitmachen können sie im Verein laut sächsischem Brandschutzgesetz erst ab zehn Jahren. Mitgebracht hat er an diesem Donnerstag Dirk Schuchert, den Jugendfeuerwehrwart und Funk-Ausbilder, der die Acht- und Neunjährigen in die Kunst des Sprechfunks einweiht. „Wie teuer ist so ein Walkie-Talkie?“, wollen die Grundschüler wissen. „Es gibt unterschiedliche – solche, die die Feuerwehr verwendet, kosten 1000 Euro – die gibt es nicht im Spielzeuggeschäft“, meint Schuchert und fragt: „Wofür brauchen wir so ein Gerät?“ „Um über mehrere Kilometer hinweg Kontakt zu halten“, erklärt ein Junge fachmännisch. Denn anders als ein Walkie-Talkie reicht es auch nicht nur 30 Meter, sondern bis zu drei Kilometer weit. Dies hängt von der Bebauung und dem Wetter ab, wie die Jugendlichen lernen. „Wo ist denn der Unterschied zum Telefon?“ „Da ist ‘ne Strippe dran“, meint ein anderer und erfährt dann, dass die Geräte anders als zum Beispiel Handys abhörsicher sind. Die Funkgeräte haben verschiedene Kanäle wie das Radio verschiedene Frequenzen hat“, erläutert der Ausbilder. Benutzen dürfen den Behördenfunk nur Organisationen, die Sicherheitsaufgaben wahrnehmen wie die Feuerwehr, Rettungsdienste, das Technische Hilfswerk oder die Bundespolizei. Die Kinder sind beeindruckt. Alle Geräte auf dem gleichen Arbeitskanal – im Fall der Markranstädter ist es im Zwei-Meter-Bereich die 50, in Leipzig die 49 – können miteinander kommunizieren. „Denn es kann passieren, dass verschiedene Feuerwehren zu einem Einsatz ausrücken“, sagt er und verweist auf den Kulkwitzer See, den sich die Leipziger Berufswehr und die Markranstädter Freiwillige Feuerwehr teilen. „Wenn wir dann alle auf dem selben Kanal funken, würde es kompliziert.“ Dass es einen Melder bei der Feuerwehr gibt, der Kommandos übermittelt, erfahren die Kinder. Wie es in der Praxis geht, lernen die Jüngsten auch: Das Funkgerät an den Mund nehmen, dann auf die Funktaste drücken und sprechen, denn der andere möchte auch den Satzanfang verstehen“, erklärt Schuchert und schickt Max als Ersten vor die Tür. Gesprochen wird nicht irgendwie. „Es heißt: Funker zwei von Funker eins, kommen“, betont der Kamerad. Erst werde der angesprochen, mit dem man redet, dann nennt man sich und hört auf mit ,Kommen’, weiht Schuchert in die standardisierte Sprache der Funker ein. Doch wenn man nach der Theorie endlich mal selbst die Sprechfunktaste drücken darf, hört sich das schon mal anders an. So manches Talent in Spe beginnt vor dem Klassenzimmer unbedarft mit einem „Hi, ich bin’s“ – vielleicht sogar seine Laufbahn in der Feuerwehr.

Kendra Reinhardt

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