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Markranstädt Dabei sein ist alles
Region Markranstädt Dabei sein ist alles
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17:34 15.07.2012
Die Markranstädter stehen beim traditionellen Kinderfestumzug in der Parkstraße Spalier: Die Wagen werden Jahr für Jahr von Vereinen, Schulen und Kindertagesstätten extra für den Veranstaltungshöhepunkt neu gestaltet. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Allein am Samstag zog es Hunderte ins Freibad an der Weststraße, wo Beachvolleyball, Schwimmwettkämpfe und der neunte Städtewettbewerb von EnviaM und Mitgas lockten.

Punkt 11 Uhr gab Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) auf der Bühne den Startschuss für den Städtewettbewerb. Das Ziel war klar: Das aktuell führende Oschatz von Platz 1 verdrängen. 290 Kilometer müssten doch zu packen sein, meinten die Markranstädter selbstbewusst. Hatten sie doch, wie Rathaussprecherin Heike Helbig verriet, extra die Strategie gewechselt.

Markranstädt. Was den Markkleebergern ihr Stadtfest, ist den Markranstädtern ihr Kinderfest: Nur hat das eine wesentliche längere Tradition. Am Wochenende ging immerhin schon die 137. Auflage mit Spiel, Sport und Spaß für die ganze Familie über die Bühne.

„Statt zehn Minuten fahren die Erwachsenen nur fünf Minuten am Stück auf dem großen Ergometer.“ Denn das habe sich aufgrund der Bergwertung im Vorjahr als harter Kanten erwiesen. Und personell könne sich das Markranstädt locker leisten. „Wir haben alle Schulen und Vereine eingebunden und dadurch alle Zeiten besetzen können“, so Helbig. Eine der ersten, die aufs Rad stieg, war die Hausleiterin des Markranstädter Gymnasiums Kerstin Güntner. Die Lehrerin für Englisch und Religion zeigte Sportsgeist, war allerdings fünf Minuten später fix und fertig. „Auf die Kilometer habe ich gar nicht geachtet, ich wollte nur die Zeit schaffen“, sagte sie und griff sich eine Flasche Wasser.

Motivationshilfe leistete die Klasse 7 f von Anne Flack. „Das ist ganz schön anstrengend: gestern Kinderfest-Gala, heute Städtewettbewerb, morgen Kinderfestumzug und am Mittwoch der Peter-Escher-Lauf – unsere Schüler haben in diesen Tagen ein straffes Programm“, erzählte die Sportlehrerin. Sie wurde nicht müde und feuerte ihre Mädchen und Jungen auf dem Kinderergometer immer wieder an. „Wir müssen vorn mitfahren, wenn wir eine Chance auf das Preisgeld haben wollen“, erinnerte Flack. Sie habe aus zuverlässigen Kreisen gehört, dass die starken Städte erst noch kommen. „Bis jetzt war das alles nur Vorgeplänkel.“

Um 12 Uhr betrat die Rathauschefin erneut die Bühne: „Nicht um in die Pedalen zu treten, schließlich sollen die Markranstädter gewinnen“, stellte sie klar und machte ein Geständnis: „Meine Fitness lässt ehrlich gesagt, zu wünschen übrig.“ Umso eifriger drückte sie den nächsten Radlern – den Oberligisten des SSV Markranstädt – die Daumen. Über die Unterstützung freute sich auch die F-Jugend des SSV. Trainer Eric Kirchhoff hatte seine Kicker vor dem Auftritt noch mal gebrieft: „Vollgas Jungs, heute geht’s um alles.“

Indes – all das nutzte am Ende nichts: Die Markranstädter kamen nach sechs Stunden mit 249,65 Kilometern auf dem vorläufigen siebten Platz ein. Da bislang erst zwölf Städte im Wettbewerb sind und noch 21 – darunter Zwenkau und Markkleeberg – einsteigen, stehen die Chancen 2012 unter die ersten Zehn zu gelangen und das Preisgeld einzustreichen, denkbar schlecht. Dabei hatten sich die Markranstädter schon entschieden: Sie wollten den Gewinn in zwei Trampoline für den Hof des Schulzentrums in der Parkstraße stecken. Nun müssen der Schulförderverein und die Stadt wohl nach einer Finanzierungsalternative suchen. Dabei sein ist eben nicht immer alles.

Obwohl – beim Kinderfestumzug am Sonntagnachmittag schon. Kindergärten, Schulen und Vereine hatten ihre Wagen nach dem Motto „Buddha, Geisha, Dschungelbuch – wir sind in Asien zu Besuch“ geschmückt. Ein beliebtes Motiv war denn auch „1001 Nacht“. Das hatten unter anderem die Kitas Marienheim Storchennest und Am Weißbachweg gewählt. Und wenn schon nicht immer die Sonne funkelte, so doch wenigstens die Wagen, die mit goldglänzenden Tüchern, Gardinen, Tüll und jeder Menge Glitter in der Parkstraße auf die Abfahrt warteten. „Vor allem die Mädchen haben viel Spaß, sie wollten natürlich alle Prinzessinnen sein“, sagte Antje Geißler, Erzieherin am Weißbachweg. Die Jungs waren hingegen von den Samurai fasziniert, die allerdings nicht ihre Kampffähigkeit unter Beweis stellten, sondern friedfertig die Wagen enterten und mit Kamellen warfen.

Ulrike Witt/Julia Tonne

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