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Markranstädt Das schweißende Klassenzimmer
Region Markranstädt Das schweißende Klassenzimmer
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14:37 24.10.2012
Für den Fotografen legen alle mal Hand an derselben Figur an: Künstler Peter Kärst flext links, Schulsozialarbeiter Björn Bartling ausnahmsweise zur selben Zeit rechts. Lions-Club Präsident Jens-Thorsten Wild schaut im Hintergrund zu. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Bildhauer Peter Kärst, der das Projekt leitete, hatte die zwölf- bis 15-jährigen Jungs am Montag erst in die besonderen Tücken eingewiesen und auch das Aussägen der Silhouetten aus dem fünf Millimeter starken Stahlblech mit dem Plasmaschneider übernommen. Dann ging es daran, die Bleche beidseitig auf die Rahmen zu fixieren.

„Das Schweißen hat mir am meisten Spaß gemacht“, erzählte Jonas (12) gestern. Bei seinem Opa habe er schon mal ein bisschen üben dürfen, sonst aber noch nie so etwas gemacht. Christopher (15) bastelte nebenbei noch einen ganzen Miniatur-Industriekomplex aus Stahlblech samt Schornstein, Mast, Häusern, Dächern und mehr. Wo er das zu Hause hinstellen solle, wisse er allerdings noch nicht, raufte er sich angesichts des etwa ein Quadratmeter großer Stahlgetüms die Haare.

Wohin die Silhouetten-Kunstwerke sollen, ist allerdings schon geklärt. Sie werden künftig den Schulhof bereichern. Ob bis heute Nachmittag zum Ende des Workshops beide fertig werden, ist eher unwahrscheinlich. „Wir müssen die erste Figur noch schleifen, spachteln und bemalen“, erläuterte Kärst. Sonst werde er die zweite Figur bauen und die Jungs könnten bei ihm in der Werkstatt letzte Hand anlegen. Nach der ersten männlichen Figur werde die zweite eher weiblich aussehen, eine werde blau angestrichen, die andere wohl rot.

Die Kunstwerk sehen übrigens ähnlich aus wie die, mit denen die Bahn auf dem Leipziger Hauptbahnhof jahrelang auf Züge hinwies. Eine Kollegin habe seine Silhouetten vor Jahren bei ihm gesehen und gefragt, ob sie die Idee verwenden dürfe, erzählte Kärst.

Schulsozialarbeiter Björn Bartling von der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen (ASG) hatte den Kurs angeleiert, mit Aushängen und mehr auf das außergewöhnliche Ferien-Erlebnis mit Stahl hingewiesen. Gestern schaute auch Jens-Thorsten Wild kurz vorbei. Der Präsident des Lions Clubs Tilia Lipsiensis hatte ein doppeltes Interesse: Der Club unterstützte wie die Firma Dr. Oette Maschinenbauteile Markranstädt den Kurs finanziell. Wild: „Uns geht es aber auch darum, ein bisschen bei der Berufsfindung zu helfen, langfristig den Nachwuchs für das Handwerk zu sichern.“

Jörg ter Vehn

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