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Markranstädt Dauerhafte Lösung für ungewollte Gewässer kommt in Sicht
Region Markranstädt Dauerhafte Lösung für ungewollte Gewässer kommt in Sicht
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08:00 28.02.2018
Wild-romantisch, aber ungewollt und unkontrolliert: die Vernässungsfläche Gärnitz mit der alten Pumpstation. Der See entstand in einer Senke, die durch den früheren Braunkohlebergbau in der Region verursacht wurde. Quelle: Andre Kempner
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Markranstädt

Für die ungewollten Vernässungsflächen in Kulkwitz und Gärnitz zeichnet sich jetzt eine Lösung ab: Das Oberbergamt hat die Tagebausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) beauftragt, eine dauerhafte Pumpenlösung zu schaffen.

Vorausgegangen waren zwei Anträge der Stadt Markranstädt ans Oberbergamt zu den Vernässungsflächen. Über Paragraf-Vier-Mittel der Braunkohlensanierung solle das Wasser künftig dauerhaft mit einer pumpbetriebenen Lösung aus den Stellen in Kulkwitz und Gärnitz abgeleitet werden, forderte die Stadt.

Laut LMBV hat das Oberbergamt die Maßnahme-Vorschläge geprüft mit dem Ergebnis, dass sie als „mögliche Paragraf-Vier-Maßnahmen“ eingeordnet werden können. „Die LMBV wurde nun mit der Projektträgerschaft beauftragt und reicht die entsprechenden Finanzierungsanträge zum nächsten Regionalen Sanierungsbeirat ein“, so der zuständige Abteilungsleiter Thomas Rösler bei der LMBV.

Im Technischen Ausschuss am Montagabend in Markranstädt verkündete Bauamtsleiter Sven Pleße die Neuigkeit. Voraussichtlich am 25. April werde entschieden über die Mittel für die dauerhafte Lösung, so Pleße. Bürgermeister Jens Spiske (FWM) freute sich. „Wie sind froh, überhaupt erstmal reingekommen zu sein in den Maßnahmekatalog.“

Woher der plötzliche Sinneswandel beim Oberbergamt rührt, blieb gestern allerdings offen. Die Behörde reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage zu den Beweggründen. Wie berichtet, hatte das Oberbergamt in den Vorjahren jeden Versuch der Stadt abgewehrt, selber eine bergbauliche Verantwortung für die Senken zu übernehmen oder einen Dritten dafür haftbar zu machen.

Die Stadt Markranstädt hatte immer schon darauf hingewiesen, dass die Seen nach dem Abstellen der Wasserwerke-Pumpen zum Jahreswechsel 2010/2011 entstanden waren in Senken, die durch den Braunkohlebergbau schon zu Kaisers Zeiten verursacht worden waren. Die Firmen von damals gibt es schon lange nicht mehr, Rechtsnachfolger ebenso wenig. Eine Lösung kam bislang unter anderem deshalb nicht zustande, weil der Einigungsvertrag nur die Sanierung von Bergbauschäden vorsieht, die durch die DDR-Braunkohleindustrie verursacht worden waren. Was davor geschah, wurde nicht geregelt.

Weil das Wasser aus den Flächen aber schon in private Häuser und den nahen Kleingartenverein zurückdrückte, sogar die nahe Kreisstraße bedrohte, hatte die Stadt Markranstädt darauf über andere Wege eine Sanierung der bis zu 18 Hektar großen Flächen angeschoben. Bei einer Bürgerversammlung in Seebenisch hatte sie gar schon riesige Gräben vorgestellt, um das Senkenwasser in natürlichem Gefälle Richtung Thronitz abzuleiten. Der eine sollte 5,50 Meter tief, der andere gar sechs Meter tief sein. Daraus ergebe sich ein bis zu 25 Meter breiter Gelände-Einschnitt, hatte die Stadt damals vorgerechnet. Eine einfache Verrohrung hatte die Landesdirektion abgelehnt, fördern zu wollen.

Laut Antrag der Stadt sollen nun zwei Pumpen die Seen in Gärnitz und Kulkwitz entwässern. Das Gärnitzer Wasser soll wie bislang geplant Richtung Thronitz durch den vorhandnen Graben abgeführt werden. Das Wasser aus der Senke Kulkwitz soll laut Plan in Richtung Dorfteich und Kulkwitzer Lachen gedrückt werden.

Von Jörg ter Vehn

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