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Markranstädt Demoliert, ignoriert: die ungeliebte Schranke von Frankenheim
Region Markranstädt Demoliert, ignoriert: die ungeliebte Schranke von Frankenheim
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10:41 02.03.2016
Hält bislang rekordverdächtig lange: Seit rund zehn Tagen ist die Priesteblicher Straße in Frankenheim mal wieder abgesperrt. Nicht jeder scheint das zu sehen. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Seit gut zehn Tagen versucht die Stadtverwaltung von Markranstädt mal wieder, in der Priesteblicher Straße in Frankenheim Recht und Straßenverkehrsordnung durchzusetzen. Eine neue rot-weiße Schranke samt Zusatzbaken, Warnschildern, Zaun und Baumstamm-Sperren soll die Durchfahrt von der Straße „An den Windmühlen“ ins Wohngebiet verhindern.

Um es vorwegzunehmen: Es sieht nicht so aus, als ob auch die neue Sperre die Durchfahrt verhindert. Stattdessen ist eher stündlich damit zu rechnen, dass auch die neue Schranke endgültig unter dem Ansturm der Pkw und Lastwagen zusammenbricht. Mehrere „Treffer“ hat das rot-weiße Sperrsymbol schon zu verzeichnen. Ein lokale Satireseite hat im Internet schon eine Uhr laufen, wie lange diesmal die Schranke steht.

Dabei hatte die Stadtverwaltung diesmal alles besser machen wollen. Nach Monaten des Wartens auf den bunten, abschließbaren Balken, dessen Aufstellung laut Bürgermeister Jens Spiske (FWM) immer rund 1500 Euro kostet, waren extra Hinweisschilder auf die Schranke als halbseitige Sperrung aufgestellt worden. „Achtung, Durchfahrt verboten“, signalisierten sie den Autofahrern.

Immerhin mit Erfolg. Während der Vorgänger gerade mal einen Tag überlebte, bis er bei einer Unfallflucht zerstört wurde, bleibt das jetzige Modell seit immerhin gut zehn Tagen standhaft - trotz diverser Dellen und offensichtlicher Rempeleien mit Autofahrern, die die Sperrung nicht akzeptieren wollen. Ein Tipp am Rande: Beim Ortsbesuch diese Woche verfügte das zarte rot-weiße Pflänzchen des Straßenverkehrsrechts schon nicht mehr über ein Schloss. Es genügt also, die Bake einfach anzuheben. Ein Ramponieren ist gar nicht nötig.

Ohnehin scheinen sich viele Autofahrer mit der Schranke abgefunden und einen Ausweg gefunden zu haben. Der legale ist allerdings in Richtung Markranstädt bis zu zehnmal länger. Wie der andere aussieht, belegen Reifenspuren auf dem benachbarten Acker: Um die ausliegenden Baumstämme herum wird die Sperre einfach weiträumig umfahren.

Das geht solange gut, wie der Boden fest und der Acker unbestellt ist. Verwirrend ist für Beobachter lediglich, dass sich auch Treckerspuren in der Umfahrung befinden. Dabei ist der Weg ausdrücklich für den landwirtschaftlichen Verkehr frei, Trecker sind also die einzigen Fahrzeuge neben Polizei, Feuerwehr und Rettungswesen, die den Weg legal nutzen dürfen – aber auch lieber übers Feld fahren, weils schneller geht. Der bestellte Acker auf der anderen Seite wird übrigens mit einem ebenfalls neu aufgestellten Zaun geschützt. Das wird bislang respektiert.

Wie berichtet, macht sich der Ortschaftsrat stark, das Sperr-Dilemma zu legalisieren, die Straße freizugeben. Einige Anwohner sind aber auch dagegen. Die Stadt hat ein Planungsbüro beauftragt, eine einfache Ausbauvariante zu erarbeiten. Die bisherigen waren wegen zu erwartender Verkehrsströme von Millionenkosten ausgegangen, im Stadtrat auf Ablehnung gestoßen.

Von Jörg ter Vehn

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