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Markranstädt Detlef Kolloff wehrt sich: "Die Firma Metcera ist kein Dealer"
Region Markranstädt Detlef Kolloff wehrt sich: "Die Firma Metcera ist kein Dealer"
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00:40 12.07.2015
Der Markranstädter Recyclingunternehmer Detlef Kolloff kämpft um seinen guten Ruf. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Auslöser war ein Beitrag in der LVZ vom vergangenen Wochenende, in dem von einer Markranstädter Firma berichtet wurde, die im Verdacht stehe, 104 Tonnen Buntmetall aus bundesweiten Einbrüchen von rumänischen Bandenmitgliedern aufgekauft zu haben.

"Metcera hat mit der Geschichte absolut nichts zu tun, Metcera ist kein Dealer. Wir sind ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb für Elektrorecycling und arbeiten seit Jahren mit Polizei und Staatsanwaltschaft eng zusammen, um genau solchen Leuten das Handwerk zu legen", erklärt Kolloff. Er sei am Samstag nach dem ersten Anruf bald vom Hocker gefallen. Wie ein Lauffeuer habe sich die schlechte Nachricht in Markranstädt verbreitet.

"Als sich am Montag dann auch noch unsere wichtigsten, in der Region und darüber hinaus bekannten Kunden, darunter ein Finanzinstitut und ein internationales Elektrounternehmen, meldeten, und wir zum Stadtgespräch wurden, war mir klar, mein guter Ruf ist in Gefahr", sagt der 59-Jährige. Nicht er, sondern ein im Markranstädter Ortsteil Frankenheim ansässiges Recyclingunternehmen sei das Schwarze Schaf, betont er.

Kolloff, dessen zweites Standbein die Kerzenmanufaktur in Markranstädt ist, betreibt seit fünf Jahren die Recyclingfirma in der Edisonstraße 9. Rund 2300 Tonnen Elektrogeräte und Wertstoffe kaufe er jedes Jahr an, mache im Schnitt eine halbe Million Euro Umsatz. "Meine Leute werden regelmäßig weitergebildet. Jährlich werden wir durch die Dekra zertifiziert. Freiwillig lassen wir uns nach gesetzlichen Standards komplett durchleuchten. Und die überprüfen wirklich alles, von der kleinsten Schraube bis zum Umweltschutz", sagt der Firmenchef. Dies gelte auch für den Landkreis als Untere Abfallbehörde.

"Wenn wir uns auch nur das Kleinste zu Schulden kommen lassen, würde dies das Aus für den Betrieb bedeuten. Das macht ein ordentlicher Kaufmann nicht, ich lebe von dem Geschäft", betont Kolloff. Er kenne 99 Prozent seiner Kunden, hinterfrage, woher das Material kommt. "Metalle werden bei uns namentlich nach Herkunft erfasst. Und wer auffällig geworden ist, landet nach Rücksprache mit unserem Polizeiposten in Markranstädt auf der Roten Liste. Von dem wird nichts mehr angekauft", versichert er und betont: "Wenn das alle so machen würden, gebe es diesen kriminellen Sumpf gar nicht." Den Schwarzen Schafen in der Branche müsse rigoros das Handwerk gelegt werden.

Um allen Gerüchten entgegen zu wirken: Metcera hat weiter ganz normal geöffnet, montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015
Ulrike Witt

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