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Markranstädt Direktkandidaten vorgestellt: "Politik soll auch Spaß machen"
Region Markranstädt Direktkandidaten vorgestellt: "Politik soll auch Spaß machen"
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15:55 19.05.2015
"Zuhören statt abhören": Andreas Vogt tritt im Wahlbezirk Landkreis Leipzig als Direktkandidat für die Piratenpartei an. Quelle: Jörg ter Vehn

Die würden die Piraten gerne knacken.

Vogt spricht von einem "Achtungserfolg" als Ziel bei der Wahl am 22. dieses Monats. Der 34-Jährige ist seit September 2009 Pirat, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Kreisverbandes Leipzig, dessen Vorsitz er ein Jahr führte. "Damals war ich einer von wenigen Nicht-Computer-Spezialisten. Inzwischen ist aber alles stärker gemischt", sagt er. So ist der Regionalvorsitzende des Umlandes, Martin Ostermann (28), bei der militärischen Flugsicherung der Bundeswehr.

Vogt hat Lehramt studiert, die Fächer Geschichte, Ethik und Russisch belegt, aber aus persönlichen Gründen nicht abgeschlossen. Er arbeite jetzt bei einer Sicherheitsfirma, "das gibt mir auch die Freiheit, politisch tätig zu sein", sagt er. "Lumpis" nennen sie sich selber - als Abkürzung für Leipziger Umlandpiraten. "Politik soll auch Spaß machen", schmunzelt Vogt. In der urigen Markranstädter Gaststätte, wo sie sich dieser Tage zum Wählerforum trafen, geht es entsprechend locker zu. Keine langen Reden, keine Tiraden für oder gegen etwas, allerdings auch kaum Besucher. Standpunkte zu lokalen Themen wie etwa der Markkleeberger Agra-Park-Brücke oder der B87n in Taucha werden beim Getränk erarbeitet und diskutiert.

Vieles ist noch in Arbeit. Etwa eine Idee von Vogt, um junge Landkreisbewohner nach dem Abitur im Kreis zu halten. Vogt will mehr für die Bildung tun, denkt an Fachschulen oder Fachhochschulen in den Kreisstädten, "es müssen ja keine Unis sein", sagt er. Die Einrichtungen würden auch helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Wo die Lehrinstitute stehen sollen und wie sie finanziert werden sollen, lässt er offen.

Für ordentliche Verkehrsanbindungen setze er sich ein, so Vogt. Für die schnellstmögliche Fertigstellung der A 72 nach Chemnitz. Ob sie auch bis Leipzig hinein führen sollte oder nur bis an die A 38, ist offen. Da sei erst die Frage "Tunnel oder Brücke" zu klären, gesteht er. Bei der Neuseenland-Vermarktung müsse aber mehr des Aspekt Mitteldeutschland beachtet werden, findet er. Weitere Themen fallen ihm auf Anhieb in der Runde nicht ein. Seinen Wahlslogan "Freiheit-Klarheit-Mitbestimmung" hat Vogt nach Bekanntwerden der NSA-Affäre geändert. Er heißt nun "Zuhören statt abhören!"

"Bei uns kann jeder mitmachen, jeder auch zu allen Parteitagen hin und mitbestimmen", erklärt Vogt das Credo der direkten Demokratie bei den Piraten. Berufspolitiker will er aber nicht werden. Zu tief sitzt da sein Misstrauen vor den Tücken der Macht. "Ich bin mal gespannt, ob wir nach 30 Jahre auch so angepasst sind wie die Grünen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2013

Jörg ter Vehn

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