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Markranstädt Ehrungen für Feuerwehr & Co. auf Helfertag in Nerchau
Region Markranstädt Ehrungen für Feuerwehr & Co. auf Helfertag in Nerchau
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14:23 04.11.2018
Diese Feuerwehrleute wurden beim Helfertrag in Nerchau für 50 Jahre Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr geehrt. Die Ehrungen nahmen Landrat Henry Graichen (l.) und der Landtagsabgeordnete Georg von Breitenbuch (2.v.r.) vor. Quelle: Bert Endruszeit
Grimma/Nerchau

Feuerwehrblau war am Freitag die vorherrschende Farbe im Nerchauer Bürgerzentrum. Dort veranstaltete der Landkreis Leipzig seinen diesjährigen Feuerwehr- und Helfertag. Helfer tragen aber nicht nur blaue Uniformen, sondern häufig auch ganz normale Alltagskleidung, beispielsweise als Notfallseelsorger.

Berger fordert Mut von der Politik

„Mehr Mut“ forderte Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger als Hausherr in seiner Rede nicht etwa von den Aktiven, sondern von der Politik: „Die Abschaffung der Feuerwehrabgabe war kontraproduktiv, jetzt muss die Politik Mut zeigen und sie wieder einführen“, forderte Berger. Nur so könne deutlich gemacht werden, dass die Arbeit der Feuerwehr keine Selbstverständlichkeit sei.

Beim Helfertag des Landkreises Leipzig in Nerchau wurden zahlreiche Ehrenamtliche in Feuerwehruniform und in Zivil geehrt. Auch eine besonders seltene Medaille wurde verliehen.

Positive Zahlen rückte Landrat Henry Graichen in den Fokus. Im Landkreis gebe es derzeit 3542 aktive Mitglieder in den Freiwilligen Feuerwehren, 203 mehr als im Vorjahr. Auch die Jugendfeuerwehren hätten ein Plus von 40 Mitwirkenden zu verbuchen. „Nur durch dieses flächendeckende Engagement ist es möglich, innerhalb weniger Minuten nahezu jeden Winkel unseres Landkreises zu erreichen“, stellte Graichen fest und fügte hinzu: „Das Wissen, dass stets jemand da ist, den man in der Not rufen kann, ist beruhigend.“

Auszeichnung für 70 Jahre Feuerwehr-Mitgliedschaft

Schon seit sieben Jahrzehnten kann man sich auf Heinz Müller verlassen. Der 85-Jährige wurde für sage und schreibe 70 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr geehrt. Der Colditzer trat schon als 15-Jähriger in die Freiwillige Feuerwehr Commichau ein. Dort wurde er 1953 stellvertretender Wehrleiter. Später kümmerte er sich in Colditz unter anderem um den vorbeugenden Brandschutz und leitete dann auch dort die Feuerwehr.

Am 02.11.2018 im Bürgerzentrum Nerchau wurden zum traditionellen Helfertag des Landkreises Leipzig zwei Kameraden der FF...

Gepostet von David Zühlke am Sonntag, 4. November 2018

„Mit viel Wehmut bin ich 1994 vom Vorsitz zurückgetreten“, gab Heinz Müller zu. Im gleichen Jahr hatte er auch die Festlichkeiten zum 125-jährigen Gründungsjubiläum der Colditzer Wehr auf die Beine gestellt. Gibt es ein Feuerwehr-Gen? Offenbar schon, schließlich war schon Müllers Vater Feuerwehrmann und heute fährt Urenkel Philipp ganz selbstverständlich mit einem Feuerwehr-Tretauto herum. „Für den gibt es nur die Feuerwehr“, freute sich der stolze Uropa Heinz Müller.

41 Notfallseelsorger im Kriseninterventionsteam

Zu den Helfern im Hintergrund und in Zivilkleidung gehört Martin Opitz, im Hauptberuf Revierförster in Leipzig. Der 51-jährige Zwenkauer arbeitet seit gut zwei Jahren als ehrenamtlicher Notfallseelsorger. „Ich gehöre zu einem Team von insgesamt 41 Notfallseelsorgern, wir leisten erste Hilfe für die Seele.“ Oft müsse er Angehörigen nach Unfällen schreckliche Nachrichten überbringen. „Da müssen nicht mal viele Worte gefunden werden, oft geht es auch darum, gemeinsam schweigend das Schlimme zu ertragen.“ Opitz wurde am Freitag mit der Ehrennadel des Brand- und Katastrophenschutzes geehrt.

Die Ehrentafel (49,5 kB)

Diese Auszeichnung erhielt auch Robby Kügler (34) vom Ortsverband Borna des Technischen Hilfswerkes (THW). Von Haus aus eigentlich Feuerwehrmann, zog es ihn dann 2003 schließlich zum THW. „Langweilig wird es da auf keinen Fall.“ Das THW sei genau das Richtige für alle, die sich für Technik interessieren. „Vom Arbeiter bis zum Juristen ist da alles vertreten.“

Fakten

Kräfte: Im Landkreis Leipzig sind derzeit 3542 aktive Mitglieder in den Feuerwehren, 1359 in den Jugendfeuerwehren, 576 im Katastrophenschutz sowie 41 im Bereich der Notfallseelsorge und Krisenintervention ehrenamtlich engagiert. Sie stellen die Versorgung in Notlagen in 31 Gemeinde- und 144 Ortsfeuerwehren, 11 Katastrophenschutz- und 5 Führungseinheiten, 2 Ortsverbänden des Technischen Hilfswerkes, 3 DRK-Kreisverbänden und einer Notfallseelsorger- und Kriseninterventionsgruppe sicher. In 93 Jugend- und 7 Kinderfeuerwehren erhält der Nachwuchs die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Auch eine Rettungshundestaffel hat im Landkreis Leipzig ihre Heimat und Einsatzbereich gefunden.

Einsätze: In diesem Jahr gab es zwei Großschadenslagen. Im Januar hat das Sturmtief „Friederike“ die Region drei Tage in Atem gehalten, 320 Einsätze ausgelöst und ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Die Hitze- und Trockenperiode im Sommer forderte mit 128 Einsätze über Wochen hinweg das ganzes Können und Engagement der Einsatzkräfte. Allein 100 Einsätze wurden durch Feld- und Vegetationsbrände ausgelöst. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 2600 Einsätze gefahren, das sind im Vergleich zum Vorjahr 292 Einsätze mehr.

Investitionen: Für die Sicherung der Gefahrenabwehr wurden durch den Landkreis Leipzig bis Ende August für 76 Vorhaben rund 3,16 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen abgerufen. Aus dem Förderprogramm Brücken in die Zukunft konnten vier neue Feuerwehrdrehleitern für Borna, Grimma, Groitzsch und Wurzen beschafft werden. Auch die Katastrophenschutzeinheiten wurden mit einem Löschfahrzeug HLF 10/6 und einem Mannschaftstransportwagen ausgestattet, weitere Katastrophenschutzfahrzeuge sind bereits angekündigt.

Allgemeines: Die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr im Landkreis Leipzig wird hauptsächlich durch ehrenamtliche Kameraden abgesichert. Dass dieses System leistungsfähig und modern gehalten werden muss, hat auch die Landespolitik erkannt und Gelder für die Förderung der Ehrenämter ausgeschüttet. Wir, der Landkreis Leipzig, haben mit Hilfe dieser Mittel die Ehrenamtskarte ins Leben gerufen, um möglichst viele Ehrenamtliche zu erreichen und damit unseren Dank auszudrücken.

Von Bert Endruszeit

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