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Markranstädt Ein Titel provoziert und spaltet
Region Markranstädt Ein Titel provoziert und spaltet
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08:50 18.09.2009
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. Zuweilen fällt die Meinungsäußerung von Passanten sogar drastisch aus. „Die Skulptur ist nicht schön. Sie sieht aus wie ein Stück Mist, der übereinandergestapelt wurde“, findet die 28-jährige Susan Hentschel, die mit ihrem zweijährigen Sohn Leland die neue Plastik begutachtet. Der Name gehe nicht, ergänzt sie.

Eine Ansicht, die auch Brigitte Hiller in einem Brief an die LVZ vertritt. Dominant sei auf dem Alten Friedhof nach wie vor das sehr schön rekonstruierte Kriegerdenkmal, das nun eine moderne Plastik hat, welche sich gut in den Park mit seinen alten majestätisch aufragenden Bäumen einordnet, konstatiert die Leserin. „Kunst verfolgt ihre eigenen Gesetze, jeder sieht sie aus seiner Sicht und hat seine persönliche Interpretation“, gesteht sie zu. Auf keinen Fall aber seien die Markranstädter mit dem Titel einverstanden, meint die Bürgerin. „Ein ,Städtisches Geschwür‘ brauchen sie keinesfalls“, sagt Hiller. „Die Stadt und ihre Bürger, die so viel Positives in den vergangenen Jahren geschaffen haben, (...) brauchen kein zerstörerisches Gespenst über sich, das sich einfrisst, kaputt macht, was fleißige Hände schufen.“ Sie fordert: „Der Titel sollte überdacht werden, da er die Menschen, die gezwungen sind, einen Kampf auf Leben und Tod zu führen, den sie in den meisten Fällen verlieren, verhöhnt und demoralisiert.“

„Man hat dazu zu wenig Informationen erhalten, und an dem Tag der Enthüllung hatte ich Spätdienst“, berichtet Altenpflegerin Anke Schötz, die zwar mit dem Begriff Karzinom etwas anfangen kann, doch bezweifelt die 41-jährige Markranstädterin, „dass sich andere Einwohner damit identifizieren können“. Eine Informationstafel könne helfen. „Nichts Gescheites“, lautet das Urteil der 87-jährigen Ruth Scholz, die jeden Tag in dem Park verweilt, da sie in der Nähe wohnt. „Die Leute haben Krebs, und dann stellen sie noch eine Krebsfigur hin“, kritisiert sie. „Hätten sie einen Teich angelegt, dann hätte uns das mehr Freude gemacht“, erzählt sie.

Kendra Reinhardt

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