Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Eines der ältesten Häuser Markranstädts steht vor dem Abriss
Region Markranstädt Eines der ältesten Häuser Markranstädts steht vor dem Abriss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 08.12.2017
Stadtbekannte Dreckecke: Für das Haus Schkeuditzer Straße 1 in Markranstädt, eines der ältesten der Stadt, soll jetzt nach Absprache mit dem Denkmalschutzamt ein Abrissantrag gestellt werden. Ein Investor plant dort ein Wohn- und Geschäftshaus. Quelle: Andre Kempner
Anzeige
Markranstädt

Prominenter Ort, aber verlottertes Haus: An der Bundesstraßenkreuzung mitten in Markranstädt steht eines der ältesten Gebäude der Stadt vor dem Abriss.

Das Haus Schkeuditzer Straße 1 dürfte jeder Markranstädter kennen. Gegenüber von Rathaus und Markt liegt es an der vielbefahrenen Kreuzung von B 87 und B 186. Und das schon lange. Es stamme wohl aus dem 17. Jahrhundert, sei entstanden aus Stallungen, danach ständig um- und ausgebaut worden, erzählt Michael Geisinger. Er plant für Investor und Architekt Peter Rajczak den Umbau des Areals.

Ein Wohn- und Geschäftshaus solle an der Ecke entstehen, sagt er. Details seien noch nicht klar, auch nicht die Größe und ob mehrere Grundstücke zusammen umgebaut werden, wie Bürgermeister Jens Spiske vor gut einem Jahr beim Verkauf des früher kommunalen Grundstücks an den Investor einst ankündigte. Denn: Erst muss Platz für einen Bau da sein, das Haus Schkeuditzer Straße 1 verschwinden. „Der Abrissantrag wird jetzt gestellt“, erklärt Geisinger.

Teile des alten Dachstuhles gelten als erhaltenswert. Quelle: privat

Vorausgegangen waren Monate mit Gesprächen zum Denkmalschutz des Objektes. Auch im Technischen Ausschuss gab es wiederholt Fragen von Stadträten zum Zustand und möglichen Erhalt des Gebäudes. Ein abschließendes Gespräch mit einer Ortsbegehung der Denkmalschützer zur Klärung der Denkmalwürdigkeit habe am 15. November stattgefunden, erzählt Geisinger. Das von der Denkmalschutzbehörde geforderte und durch einen unabhängigen Sachverständigen erstellte bauhistorische Gutachten habe ergeben, „dass nur im Erdgeschoss und im Bereich des Dachgeschosses originale Bauteile aus der Erbauungszeit erhalten geblieben sind, deren Erhaltung denkmalpflegerisch anzustreben ist“, berichtet er. Rund 80 Prozent der Bausubstanz müssten erneuert werden, „was einer Neubaumaßnahme gleich kommen würde“, wie er meint. Das Gebäude befinde sich in einem „äußerst schlechten Zustand“, weder Statik noch Wirtschaftlichkeit seien gegeben. Der Gutachter, den sich im Übrigen nicht der Investor ausgesucht habe, sondern der von der Behörde benannt worden sei, habe den Abriss empfohlen, erklärt Geisinger.

Einiges aus dem Haus soll aber gerettet werden. „Der Dachstuhl ist insgesamt sehr schon zimmermannsmäßig gebaut“, sagt der Planer. Und dann gebe es noch eine kleine Treppe innendrin, die eventuell in einem Neubau Platz finden könne. Mit der Denkmalschutzbehörde und der Stadt Markranstädt werde man sich eng über die Proportionen eines neuen Gebäudes und über die Erhaltung und Wiedereinsetzung einzelner Bauteile, insbesondere des Dachstuhls, abstimmen, verspricht der Investor.

Der hatte mit dem Haus auch das unbebaute Nachbargrundstück in der Lützner Straße 2 erworben. Wenn der Abrissantrag wie erhofft durchgehe, könne auf jeden Fall auch ein normal breiter Gehweg an der Ecke entstehen, kündigte Geisinger an.

Von Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Stadtrat geht es am heutigen Donnerstag um eine Vorentscheidung zur Sanierung des Stadtbades. Das Rathaus schlägt eine Teilsanierung vor. Das Komplettpaket käme auch doppelt so teuer.

07.12.2017

Lichterglanz, Kerzen, Basteleien, festliche Musik: Es weihnachtet an jeder Ecke in Markranstädt. Und das jetzt täglich bis Heiligabend beim Lebendigen Adventskalender.

02.12.2017

Beim Thema Breitbandausbau fährt die Stadt Markranstädt mehrgleisig, verfolgt auch immer noch den Aufbau eines Glasfasernetzes durch eine städtische Firma. Der Technische Ausschuss vergab am Montagabend dazu einen 50 000 Euro schweren Beratungs– und Planungsauftrag. Der wird zu hundert Prozent gefördert.

30.11.2017
Anzeige