Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Einzigartige Kitzener Nikolaikirche gibt ihre Geheimnisse preis

Einzigartige Kitzener Nikolaikirche gibt ihre Geheimnisse preis

Kitzen. Die Nikolaikirche von Kitzen-Hohenhohe ist etwas Besonderes: Als Beispiel spätromanischer Baukunst ist sie die einzige kreuzförmige Saalkirche Sachsens überhaupt - dazu noch mitten auf dem Land.

Grund genug für Denkmalpfleger und Archäologen, den Geheimnisse auf die Spur zu kommen. Gestern präsentierten sie erste Ergebnisse.

Seit rund sechs Wochen graben die Archäologen vom Landesamt aus Dresden im kleinen Kitzen. Sie legen Fundamente frei, sichten die Steine des Mauerwerks, datieren Fundmünzen, die früheren Gottesdienstbesuchern zwischen die Ritzen des Holzfußbodens gerutscht und im Erdreich festgedrückt waren, vermessen Niveauunterschiede im Boden, suchen nach Spuren für die Baugeschichte. Absolute Klarheit hätten sie noch nicht, erzählte gestern Dr. Thomas Westphalen vom Landesamt für Archäologie. Und teils würden sich die Funde auch noch widersprechen. Er sei aber optimistisch, am 28. September in Kitzen alle Ergebnisse vorstellen zu können.

Einige frühere Annahmen konnten sie jedoch bereits widerlegen. So sei nicht erst der Turm und dann das Längsschiff, sondern beides zusammen vermutlich im 12. Jahrhundert zusammen errichtet worden, so Norbert Oelsner vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Archäologen fanden die gleichen Fundamente unter beiden Gebäuden. Die Annahme, die Kirche könne schon ein gutes Jahrhundert früher entstanden sein, etwa zu Zeiten des Wiprecht von Groitzsch, hätten sich bislang nicht bestätigt, so Oelsner.

Der Umbau in eine Kreuzkirche wird derweil weiter auf den Einfluss der Zisterzienser zurückgeführt. Sie hätten die kleine romanische Dorfkirche zu einer kreuzförmigen Klosterkirche ausbauen lassen, so Oelsner. Ausgehend von der ältesten Erwähnung der Kirche im Jahr 1191 bis zum Umzug der Nonnen 1235 nach Leipzig müsse dies in diesem Zeitraum geschehen sein.

In einer dritten Bauphase sei der Chorraum schließlich auf das heutige Maß verlängert worden. Eine Besonderheit sei auch der östliche Abschluss des Chorraumes mit drei Spitzfenstern unter einem gemeinsamen Rundbogen, ähnlich wie am Grimmaer Schloss. Dies sei als Übergang von der Romanik zur Gotik zwischen 1250 bis 1300 auch anderswo zu sehen.

Es sei ein Glücksfall, dass der Förderverein der Kreuzkirche das herrenlose und vom Verfall bedrohte Gebäude 2010 übernommen habe, so Oelsner. So sei es möglich geworden, Gelder für die Sanierung zu akquirieren und parallel zu den Arbeiten die Geschichte des Gotteshauses zu erforschen. Wie berichtet, hatte der rührige Verein im Vorjahr eine Zusage über 60 000 Euro aus einem Sonderprogramm der Bundesregierung ergattern können. Der Freistaat habe nochmal 140 000 Euro dazugegeben, so die Vorsitzende Ingrid Riedel. Der Verein wolle aus der Kirche ein kulturelles Begegnungszentrum machen. "Und wir freuen uns, dass es uns gelingt, immer mehr Kitzener einzubeziehen", so Riedel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2013

Jörg ter Vehn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markranstädt
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr