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Markranstädt Einzigartige Kitzener Nikolaikirche gibt ihre Geheimnisse preis
Region Markranstädt Einzigartige Kitzener Nikolaikirche gibt ihre Geheimnisse preis
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17:31 19.05.2015

Grund genug für Denkmalpfleger und Archäologen, den Geheimnisse auf die Spur zu kommen. Gestern präsentierten sie erste Ergebnisse.

Seit rund sechs Wochen graben die Archäologen vom Landesamt aus Dresden im kleinen Kitzen. Sie legen Fundamente frei, sichten die Steine des Mauerwerks, datieren Fundmünzen, die früheren Gottesdienstbesuchern zwischen die Ritzen des Holzfußbodens gerutscht und im Erdreich festgedrückt waren, vermessen Niveauunterschiede im Boden, suchen nach Spuren für die Baugeschichte. Absolute Klarheit hätten sie noch nicht, erzählte gestern Dr. Thomas Westphalen vom Landesamt für Archäologie. Und teils würden sich die Funde auch noch widersprechen. Er sei aber optimistisch, am 28. September in Kitzen alle Ergebnisse vorstellen zu können.

Einige frühere Annahmen konnten sie jedoch bereits widerlegen. So sei nicht erst der Turm und dann das Längsschiff, sondern beides zusammen vermutlich im 12. Jahrhundert zusammen errichtet worden, so Norbert Oelsner vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Archäologen fanden die gleichen Fundamente unter beiden Gebäuden. Die Annahme, die Kirche könne schon ein gutes Jahrhundert früher entstanden sein, etwa zu Zeiten des Wiprecht von Groitzsch, hätten sich bislang nicht bestätigt, so Oelsner.

Der Umbau in eine Kreuzkirche wird derweil weiter auf den Einfluss der Zisterzienser zurückgeführt. Sie hätten die kleine romanische Dorfkirche zu einer kreuzförmigen Klosterkirche ausbauen lassen, so Oelsner. Ausgehend von der ältesten Erwähnung der Kirche im Jahr 1191 bis zum Umzug der Nonnen 1235 nach Leipzig müsse dies in diesem Zeitraum geschehen sein.

In einer dritten Bauphase sei der Chorraum schließlich auf das heutige Maß verlängert worden. Eine Besonderheit sei auch der östliche Abschluss des Chorraumes mit drei Spitzfenstern unter einem gemeinsamen Rundbogen, ähnlich wie am Grimmaer Schloss. Dies sei als Übergang von der Romanik zur Gotik zwischen 1250 bis 1300 auch anderswo zu sehen.

Es sei ein Glücksfall, dass der Förderverein der Kreuzkirche das herrenlose und vom Verfall bedrohte Gebäude 2010 übernommen habe, so Oelsner. So sei es möglich geworden, Gelder für die Sanierung zu akquirieren und parallel zu den Arbeiten die Geschichte des Gotteshauses zu erforschen. Wie berichtet, hatte der rührige Verein im Vorjahr eine Zusage über 60 000 Euro aus einem Sonderprogramm der Bundesregierung ergattern können. Der Freistaat habe nochmal 140 000 Euro dazugegeben, so die Vorsitzende Ingrid Riedel. Der Verein wolle aus der Kirche ein kulturelles Begegnungszentrum machen. "Und wir freuen uns, dass es uns gelingt, immer mehr Kitzener einzubeziehen", so Riedel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2013

Jörg ter Vehn

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