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Elternbeiträge für Kita, Krippe und Hort steigen an gesetzliche Höchstgrenze

Stadtrat Markranstädt entscheidet: Elternbeiträge für Kita, Krippe und Hort steigen an gesetzliche Höchstgrenze

Die Standards bei der Kinderbetreuung in Markranstädt sind hoch. Ans gesetzlich mögliche Limit geht die Stadt ab dem nächsten Jahr nun auch bei der Höhe der Elternbeiträge für Krippe, Kita und Hort. Das beschlossen die Stadräte am Donnerstagabend nach kontroverser Diskussion.

KIndereinrichtungen werden teurer in Markranstädt: Bürgermeister Jens Spiske hier im Vorjahr in der Kita im Weißbachhaus.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Die Kosten für die Kinderbetreuung steigen für die Stadt Markranstädt Jahr für Jahr. Sie will jetzt die Eltern mit dem gesetzlich höchst möglichen Betrag daran beteiligen – und sieht die Beiträge dabei im Vergleich in der Region immer noch als eher günstig an.

Die zuständige Erste Beigeordnete Beate Lehmann übernahm am Donnerstagabend die unangenehme Aufgabe, die Gebührenerhöhung zu erklären. Jährlich stiegen für die Stadt die Ausgaben für die Kinderbetreuung, sagte sie. Gab die Stadt im Jahr 2005 noch 862 455 Euro aus, so waren es 2014 bereits 2,1 Millionen Euro, erläuterte sie. Innerhalb von zehn Jahren seien die Aufwendungen auf das Zweieinhalbfache gestiegen - und das bei gleichbleibenden Zuweisungen des Landes. Die seien zwar unlängst erhöht worden, würden aber wieder aufgefressen von höheren Personalkosten durch einen verbesserten Betreuungsschlüssel.

Kitas und Horte seien in hoher Qualität verfügbar, Markranstädt liege mit einer Bedarfsdeckung von 85 Prozent etwa bei den Krippenplätze vorn in der Region. Und weitere würden entstehen, zudem seien Tarifanpassungen bei den Beschäftigten in Aussicht. In der Region würden die meisten Kommune höhere Gebühren von ihren Eltern verlangen. Eltern aus Frankenheim und Lindennaundorf wüssten das, die zum Beispiel ihre Kinder in Leipziger Einrichtungen nach Rückmarsdorf bringen.

Um die hohe Qualität und den weiteren Ausbau zu gewährleisten, schlage die Verwaltung daher vor, an das gesetzlich erlaubte Limit zu gehen, so Lehmann. Bezogen auf eine neunstündige Betreuung in der Krippe sind das 11,66 Euro je Monat mehr, im Kindergarten 3,36 Euro und im Hort bei sechs Stunden Zeit 2,90 Euro.

Heike Kunzemann (Linke) erklärte, es sei kein gutes Zeichen für eine Stadt, die kinderfreundlich sein will, bei den Elternbeiträgen an die Höchstgrenze zu gehen. Sie schlug vor, die Gebühren nur wie in den Vorjahren prozentual zu den Betriebskosten zu erhöhen. Die „Daumenschrauben“ sollten nicht weiter angezogen werden, „als soziales Zeichen“, sagte sie. Auf Anfrage von Stadträtin Rosel Glöckner (SPD) erklärte Lehmann, die Stadt spare durch die Erhöhung der Elternbeiträge etwa 49 000 Euro.

Michael Unverricht (CDU) gab zu bedenken, dass es durch den Neubau von Kitas derzeit „einen Run auf die Erzieher“ gebe. Die Stadt müsse durch eine ordentliche Bezahlung letztlich auch über die Gebühren „aufpassen, dass sie uns nicht weglaufen“. Heiko Küster meinte zu den höheren Gebühren in Nachbarorten, man solle sich „nicht am Negativen orientieren“, stattdessen mehr das Land in die Pflicht nehmen. Eddy Donat (FWM) meinte mit Blick auf die Zahlen, dass die Erhöhung jetzt „ja kein Quantensprung“ sei. In früheren Jahren seien die Kosten schon deutlich stärker gestiegen. Mit den Stimmen von CDU und FWM wurde die Erhöhung bei vier Neun-Stimmen und zwei Enthaltungen beschlossen.

Einstimmig votierten die Räte zudem dafür, dass ab dem nächsten Jahr die Jugendhilfe Sachsen die Jugendarbeit in der Stadt übernimmt und Träger der Clubs in Großlehna und Markranstädt wird. Wie berichtet, war der christlich orientierte Verein der einzige frei Träger, der sich nach einer Ausschreibung gemeldet hatte.

Beschlossen wurde ferner einstimmig, die Veränderungssperre im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Zu den Windmühlen“ um ein weiteres Jahr zu verlängern. Der Plan werde erarbeitet. Um das anspruchsvolle Bauleitverfahren aber in der sachlich geforderten Qualität durchzuführen, werde mehr Zeit benötigt.

Von Jörg ter Vehn

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