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Markranstädt „Erstaunlich, was aus unserem kaputten Deutschland von damals geworden ist“
Region Markranstädt „Erstaunlich, was aus unserem kaputten Deutschland von damals geworden ist“
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22:00 10.03.2016
70 Jahre in der CDU: Landtagsmitglied Oliver Fritzsche (l.) und Michael Unverricht vom Stadt- und Kreisvorstand der CDU gratulierten Eberhard Wieland. Quelle: Foto: André Kempner
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Markranstädt

„Auch wenn es uns schwer fällt, mir müssen die Flüchtlinge aufnehmen.“ Der das sagt, ist kein Politiker. Aber er war es viele Jahre lang. Genau genommen bis 1992. Gerhard Wieland wurde am Donnerstag vom Kreisparteivorstand der CDU für 70 Jahre Mitgliedschaft in der Partei geehrt.

Der 89-jährige ehemalige Lehrer der Polytechnischen Oberschule Markranstädt verfolgt auch heute noch das politische Geschehen mit einem wachen Blick. Neben ihm gibt es im Landkreis nur noch eine Frau in Markkleeberg, die ähnlich lange Mitglied der Christdemokraten ist.

Anfang 1946 war es, Gerhard Wieland war aus amerikanischer Kriegsgefangengschaft zurückgekehrt, als sein Vater zunächst in die im Vorjahr neu gegründete CDU eintrat. „Wir wollen nicht, dass das, was war, wiederkehrt“, habe er zu ihm gesagt. Und: „Wir wollen ein neues Deutschland aufbauen.“ Für ihn als Christ sei als Partei damals ebenfalls nur die CDU in Frage gekommen. „Und es ist doch erstaunlich, was aus unserem kaputten Deutschland von damals geworden ist“, sagt er stolz.

Als 22-Jähriger war er bereits ehrenamtlich als Stadtrat fürs Wohnungswesen mitverantwortlich, ab 1960 dann zehn Jahre lang für die Volksbildung – trotz der CDU-Mitgliedschaft. „Nicht immer einfach“, erinnert Wieland sich. Etwa an eine Intrige der damaligen Schulleitung, die ihn wegen seiner politischen Einstellung loswerden wollte – aber verlor. 1960 kam Wieland in den Kreisvorstand, den er von 1968 bis nach der Wende 1992 leitete.

Mit Stanislaw Tillich sei er zufrieden. „Und Angela Merkel soll ihren Weg weitergehen“, sagt er. Sie sei eine angesehene Persönlichkeit nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt, meint er.

Von Jörg ter Vehn

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