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Markranstädt Erzieher für Kitas knapp – Geld für Betreuung nicht ausgeschöpft
Region Markranstädt Erzieher für Kitas knapp – Geld für Betreuung nicht ausgeschöpft
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00:18 14.07.2017
Gar nicht so einfach ist es für die Kita-Betreiber, immer die nötige Zahl von Erziehern für ihre Einrichtungen zu finden. Quelle: Andre Kempner
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Markranstädt/Markkleeberg

Kitas zu bauen ist das eine. Sie mit genügend gut ausgebildetem Personal betreiben zu können das andere: Erzieher sind inzwischen knapp geworden im Umland von Leipzig. In Markranstädt konnten schon Stellen nicht mehr besetzt werden.

120 000 Euro geplante Eigenmittel der Stadt seien im Vorjahr bei den Kitas nicht in Anspruch genommen worden, verkündete die Erste Beigeordnete Beate Lehmann beim jüngsten Stadtrat. Dies sei angesichts stetig steigender Kosten bei den Kindereinrichtungen trotzdem kein Grund zur Freude. Denn der Hauptteil der Summe seien Personalkosten, die nicht in Anspruch genommen worden seien, erläuterte sie.

Vorwiegend Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) seien im Vorjahr davon betroffen gewesen. So sei ein Großteil der Summe auf die Kita „Waldknuffel“ entfallen, bei der laut geltendem Betreuungsschlüssel 22,6 Stellen hätten besetzt sein müssen. „Zur Verfügung standen lediglich 20,6", so Lehmann. „Die Stellen konnten nicht besetzt werden.“

Dabei seien in allen Einrichtungen in der Stadt im Vorjahr 35 Kinder (bezogen auf neun Stunden) mehr betreut worden, als im Jahr zuvor – trotz Verbesserung des Personalschlüssels im Kindergartenbereich. Wie berichtet, ist der Schlüssel für die Betreuung von Kindern von der Politik in den vergangenen Jahren stetig geändert worden. War bis 2015 in einer Kita ein Erzieher noch für 13 Kinder verantwortlich, änderte es sich ab September 2016 auf 1:12. In der Krippe galt noch 2015 das Verhältnis 1:6. Inzwischen ist klar, dass zu diesem September der Schlüssel auf 1:5,5 sinkt und im nächsten September in der Krippe auf einen Erzieher nur noch fünf Kinder kommen dürfen.

Das und die wachsende Zahl an Einrichtungen stellt die jeweiligen Betreiber vor große Probleme – zumal die privaten von ihnen ihre Mitarbeiterinnen auch zum Teil deutlich unter den kommunalen Sätzen bezahlt haben. So war schon 2015 bekannt geworden, dass der Awo viele Kräfte wegliefen – und zur besser zahlenden „Konkurrenz“ gingen. Gemeinden wie Großpösna, Markkleeberg und auch Markranstädt erhöhten darauf die Bezahlung der Awo-Mitarbeiter schrittweise. Offenbar trug das nicht überall Früchte.

Um dennoch genügend Mitarbeiter für die Kinder zu haben, würden in Markranstädt alle Mittel ausgeschöpft. erläuterte Kristina Hübler vom Rathaus. Über eine Zeitarbeitsfirma würden Leute beschafft, Arbeitsstunden der Kolleginnen heraufgesetzt und auch Gruppen umverlegt - was möglich ist, werde auch unternommen.

Ähnliches weiß auch Daniel Strobel aus Großpösna zu berichten. Gerade in der Ferienzeit habe es natürlich immer mal Probleme gegeben. Da sei zum Beispiel mit externem Personal gearbeitet worden.

Damit habe auch Markkleeberg schon gute Erfahrungen gemacht, weiß Sprecher Daniel Kreusch zu berichten. In einem Fall sei auch ein Mitarbeiter von dort schon fest übernommen worden. Ansonsten sei der Markt für Erzieher aber ziemlich leer gefegt. „Man findet kaum noch welche“, so Kreusch.

Die Stadt müsse sich aber an den gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel in Kitas und Krippen halten. Dafür setze sie wenn möglich Mitarbeiter um oder erhöhe die Zahl der vertraglichen Stunden. „Und wenn alle Stricke reißen, dann nehmen wir keine Kinder mehr auf“, erklärt er. Das sei auch schon vorgekommen.

Von Jörg ter Vehn

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