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„Essen hat im Hospiz besonderen Stellenwert“

„Essen hat im Hospiz besonderen Stellenwert“

Die Menschen kamen und gingen. Meist blieben sie nur drei Wochen, bis sie starben. Katharina Ifland fiel es nicht leicht, Frauen und Männer, die sie gerade erst im Hospiz Villa Auguste kennen gelernt hatte, wieder zu verabschieden.

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„Nocheinmahl“: Die Kunstpädagogin Katharina Ifland hat neben ihrem Studium als Köchin im Hospiz Villa Auguste in Leipzig gearbeitet. Dort hat sie die Patienten mit ihren Lieblingsgerichten fotografiert.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Zwei Jahre war die heute 32-Jährige neben ihrem Studium am Kunstpädagogischen Institut als Köchin in dem Leipziger Hospiz tätig. Ihre Erfahrungen hat sie in der Foto-Dokumentation „nocheinmahl“ verarbeitet, die derzeit in der St. Laurentiuskirche in Markranstädt präsentiert wird.

Auf den ersten Blick ist es eine ungewöhnliche Kombination: links das Foto eines Essens, rechts das Porträt eines Hospizbewohners. In der Mitte das entsprechende Rezept. „Essen hatte im Hospiz immer einen besonderen Stellenwert“, begründet Ifland ihre Perspektive. „Es strukturiert den Tag.“ Der Hunger sei zwar nicht mehr groß, viele würden nur einen Löffel probieren, aber „für die Menschen sind der Geruch und das Anschauen wichtig“, sagt sie.

Zu sehen sind die Lieblingsgerichte der Patienten, auch das Rezept stammt meist von ihnen. Doch weil Ifland während des laufenden Hospiz-Alltags keine Zeit hatte, die Mahlzeiten in Szene zu setzen, hat sie alle zu Hause nachgekocht und in Ruhe fotografiert. Die Porträts selbst entstanden mit der Zustimmung der todkranken Menschen. Viel Zeit blieb ihr nicht, „denn die meisten Patienten haben keine Kraft mehr für Aufnahmen“, erklärt sie. Auf die Bearbeitung der Porträts hat die heutige Lehrerin für Kunst und Biologie gänzlich verzichtet. Die Menschen sollten so abgebildet werden, wie sie waren. Nur eine Ausnahme hat sie gemacht: Die Porträts wurden in schwarz-weiß umgewandelt, wenn die Menschen verstorben sind. Heute ist nur noch ein Bild farbig.

Zu der Foto-Dokumentation gehören auch etwa 40 andere Aufnahmen aus dem Hospiz. Die Personen hat Ifland bewusst verschwommen gelassen: Sie stehen für das Kommen und Gehen im Hospiz. Die Dokumentation, zugleich Abschlussarbeit ihres Studiums, ist zum ersten Mal öffentlich zu sehen. Ifland will damit vor allem zeigen, „dass ein Hospiz lebensbejahend sein kann“.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3.  Oktober jeden Sonntag zu den Gottesdiensten geöffnet.

Julia Tonne

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Landkreis: Leipzig

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