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Europas Geschichte kurz gefasst

Europas Geschichte kurz gefasst

Sehenswert: In der St. Laurentiuskirche Markranstädt ist seit Montagabend eine Ausstellung zur Europäischen Geschichte zu sehen. Auf 26 Tafeln wird in kurzen Texten, illustriert durch 190 Fotos, die Entwicklung Europas vom Ersten Weltkrieg bis heute verdeutlicht.

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Sehr kompakt: Die Geschichte Europas vom Ersten Weltkrieg bis heute wird in der St. Laurentiuskirche Markranstädt auf 26 Tafeln dargestellt.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Stadträtin Heike Kunzemann (Linke), die als einzige Parlamentarierin zur Eröffnung den Weg in die Schau gefunden hatte, wollte gleich nach der Einführung die von Pfarrer Michael Zemmrich angebotene Diskussion beginnen - denn sie teile manche Ansichten nicht, sagte sie. Zemmrich versprach, dass er bei genügend Nachfrage gerne ein Diskussionsforum über die Ausstellung organisieren werde.

Denn die Ausstellung des Münchener Direktors für Zeitgeschichte Prof. Dr. Andreas Wirsching und seiner Kollegin Dr. Petra Weber, die von Dr. Ulrich Mählert, von der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur kuratiert und vom Leipziger Grafiker Dr. Thomas Klemm gestaltet wurde, hat es in sich. Sie komprimiert Geschichte, zeigt wesentliche Strömungen auf, arbeitet die Unterschiede in Ost und West heraus, ohne dabei den Faden zu verlieren oder zu langweilen.

Anne Sophie, Liv und Yannic, die wie ihre Mitschüler vom Geschichtsleistungskurs des Gymnasiums die Eröffnung besuchten, fanden es jedenfalls "ganz in Ordnung". Es sei nicht so viel Text wie in ihren Büchern, aber auch nicht anspruchslos, manches benötige aber etwas Vorwissen, glaubten sie.

Gegenwart könne ohne Vergangenheit nicht verstanden und erst recht nicht bewältigt werden, hatte Zemmrich zur Einleitung erklärt. "Die Situation, in der wir heute in Europa leben dürfen, ist kein Selbstläufer, sondern von unseren Vorfahren in radikalen Umbrüchen und unter großen Opfern ermöglicht worden." Das sei ein Wert, den es in unserer informations- und konsumorientierten Gesellschaft zu vermitteln gilt. Virtuelle Geschichte gebe es nun mal nicht, sagte er und will nun vor allem Schulklassen zum Besuch der Ausstellung einladen.

 

 

Die Schau ist freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Auf Nachfrage im Pfarramt (Schulstraße 9) ist eine Besichtigung nach Absprache auch zu anderen Zeiten möglich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2014
Jörg ter Vehn

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