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Markranstädt Bis 2022 beim European Energy Award dabei
Region Markranstädt Bis 2022 beim European Energy Award dabei
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11:35 13.02.2019
Gut für die Energiebilanz: Auf dem Sportcenter befindet sich eine der großen Photovoltaikanlagen in Markranstädt. Quelle: Foto: Andre Kempner
Markranstädt

Die Stadt Markranstädt wird sich auch künftig, bis zum Jahr 2022, am European Energy Award beteiligen. Das hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mit zwei Enthaltungen einstimmig entschieden. Zuvor gab es eine Diskussion zur Finanzierung.

Insbesondere die Position „Moderation“ in der Kostenauflistung stieß einigen Stadträten auf. Die soll durch eine externe Beratungsfirma erfolgen. „Es gibt innerhalb der Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem European Energy Award beschäftigt“, erklärte Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler). Zusammengesetzt ist das Gremium aus Stadträten, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Unternehmensvertretern. Unter anderem sei CDU-Stadtrat Jens Schwertfeger Teil des Energie-Teams. „Natürlich machen wir auch eigene Vorschläge, aber um das professionell zu gestalten, braucht es eine sachkundige Beratung“, so Spiske. Diese werde von Anfang an durch die externe Firma Seecon abgedeckt.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die vier Jahre auf 31 654 Euro, davon sind 80 Prozent förderfähig. Damit muss die Kommune Kosten in Höhe von 6330,80 Euro selbst tragen. Die Stadt beteiligt sich bereits seit 2008 am Zertifizierungsverfahren, zuletzt wurde Markranstädt im November 2018 ausgezeichnet (die LVZ berichtete). Eine erneute Zertifizierung erfolgt im Jahr 2022.

„Kann denn beispielhaft gezeigt werden, inwiefern sich die Kosten für dieses Projekt amortisieren?“, wollte Stadträtin Ursula Schuster (Die Linke) wissen. „Wie viel Geld wird denn konkret durch die verschiedenen Maßnahmen eingespart?“ Das stelle der zuständige Mitarbeiter der Stadtverwaltung einmal jährlich im Stadtrat vor, antwortete Bürgermeister Spiske. „Immer dann, wenn die einzelnen Projekte abgeschlossen sind.“

Grundsätzlich diene das Zertifizierungsverfahren dazu, die bereits erreichten Erfolge im Energiebereich systematisch zu erfassen und zu sichern, sowie weitere Potenziale für Maßnahmen zur Energie- und Kosteneinsparung zu erschließen, heißt es in der Stadtratsvorlage. Konkret seien bereits einige Projekte umgesetzt worden, so die Stadtverwaltung. Unter anderem wurde ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, die Energieverbräuche der kommunalen Gebäude werden seit 2009 in einem neu aufgebauten Verbrauchsdatenmanagement intensiv hinsichtlich ihrer Energieeffzienz bewertet, Hausmeister wurden geschult, Spritspartrainings durchgeführt und eine Energie-Beratungsstelle der Verbraucherzentrale eingerichtet.

Konkret sei im Zeitraum von 2012 bis 2015 der CO2-Verbrauch um 0,2 Tonnen pro Einwohner auf 8,74 Tonnen gesunken – und liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt von 9,3 Tonnen pro Einwohner. Dabei entfallen zwei Tonnen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß je Einwohner auf den Autoverkehr auf A9 und A38, der 24 Prozent der gesamten Emissionen im Stadtgebiet ausmacht. Dabei produziert Markranstädt sogar einen Großteil des verbrauchten Stroms selber. Der Anteil des im Ort durch verschiedene Energieerzeugungsanlagen bereitgestellten Stroms am Verbrauch ist von 2012 bis 2015 von 31 auf 80 Prozent gestiegen. Den größten Anteil haben dabei die Biomasse-Anlagen. Erneuerbare Energien, die auf dem Stadtgebiet eingespeist werden, haben seit 2012 um 30 Prozent zugelegt. Die großen Photovoltaikanlagen befinden sich auf dem Sportcenter, der Stadthalle und dem Schulkomplex mit Oberschule und Gymnasium.

Von Linda Polenz

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