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Ex-Bürgermeisterin Radon entwickelt den Mondsee

Ex-Bürgermeisterin Radon entwickelt den Mondsee

Markranstädt/Hohenmölsen. Seit ihrer Abwahl im Herbst 2012 ist es in Markranstädt ruhig geworden um die frühere Bürgermeisterin Carina Radon, die immerhin 22 Jahre die Geschicke erst in Großlehna, später auch in Markranstädt lenkte.

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"Wie früher, nur kleiner": Markranstädts Ex-Bürgermeisterin Carina Radon hat jetzt die Zukunft des Mondsees Hohenmölsen im Blick.

Quelle: Jörg ter Vehn

Die LVZ hat sie an ihrer neuen Wirkungsstätte am Mondsee in Hohenmölsen besucht - wo sie schon wieder mitten in neuen Projekten steckt.

Wann sie als Geschäftsführerin des Zweckverbandes Freizeitpark Pirkau angefangen habe? „Kein Scherz: Im April!" Nach der Wahl habe sie erstmal eine Auszeit von einem Jahr genommen, viele liegengebliebene Dinge erledigt, zum Beispiel ihr Haus in Großlehna renoviert. „Aber nach einem Dreivierteljahr habe ich mich schon wieder umgeschaut", erzählt die inzwischen 54-Jährige.

In Hohenmölsen zwischen Weißenfels und Zeitz sei schließlich die Stelle im Verband frei geworden. Der betreibt den Mondsee samt Strandbad und Campingplatz, ein gepflegtes, seit der Wende geflutetes, nur rund 36 Hektar großes Stück Wasserfläche mit 800 Meter langem Sandstrand, Wasserrutsche, Spielplätzen, riesigen Liegeflächen plus 40 Hektar Wald. Zwei überregionale Radwanderwege führen unmittelbar am See vorbei – für den Verband eine Steilvorlage für die weitere Entwicklung. Viele Radwandertouristen kämen zur Übernachtung vorbei, sogar ganze Schulklassen des Umlandes und auch aus Leipzig. „Zu Pfingsten war hier alles voll, auch unsere Überlaufplätze waren komplett belegt", zeigt Radon die Chancen auf.

Und sie wäre nicht Radon, wenn sie die nicht aufgreifen würde. „Wir wollen unseren Info-Punkt, einen Containerbau aus der Wendezeit, unmittelbar an den Radweg setzen, hoffen auf Fördergeld dafür", sagt sie. Anträge schreiben, Beschlüsse formulieren, Haushaltspläne aufstellen – „das ist alles so wie früher, nur kleiner", sagt sie. Ihre kommunalpolitischen Erfahrungen könne sie voll einbringen. Und für die nötigen Eigenmittel des Neubaus habe sie auch schon einen Plan, sagt sie schmunzelnd.

„Frau Radon hat sich unter 17 Bewerbern durchgesetzt und insbesondere mit ihrer Führungs- und Verbandserfahrung überzeugt", erklärt der Verbandsvorsitzende Andy Haugk, Bürgermeister von Hohenmölsen. In ihren ersten 100 Tagen habe sie sich in viele neue Dinge eingearbeitet. Haugk: „Die Bilanz ist positiv. Die Saison ist gut gestartet, der Haushalt beschlossen und zahlreiche Projekt sind auf den Weg gebracht."

Insgesamt benötige der Freizeitpark wegen neuer Angebote rundherum eine Aufwertung, weiß Radon. Im touristischen Konzept sei vorgesehen, Erholungszonen zu schaffen, Spielplätze zu entwickeln, mehr Ruhebänke anzuschaffen, auch etwa Fitnessangebote einzurichten – wie es Markranstädt am Westufer des Kulkwitzer Sees gemacht habe. „Aber der Beschluss hier war schon vor meiner Zeit", gesteht sie. In Markranstädt sagte die Stadtverwaltung derweil eine große Presse-Begehung der fertigen Radonschen Seemeile diese Woche mit dem neuen Bürgermeister Jens Spiske ab – der Rathauschef ist erkrankt.

„Ich mache jetzt wieder das, was ich gerne tue: Projekt umsetzen", strahlt Radon. Sie sei wieder ganz nah dran am Geschehen. Kontakte zu Markranstädt gibt es im Amt keine. Nur über Umwege: Sie wolle in Kürze mit den Stadtchefs von Bad Dürrenberg und Lützen reden wegen einer besseren touristischen Zusammenarbeit, kündigte sie an. Gleiches hat Spiske für Markranstädt vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2014

Jörg ter Vehn

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