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Markranstädt Fachberater informieren Landnutzer über Förderprogramm zum Naturschutz
Region Markranstädt Fachberater informieren Landnutzer über Förderprogramm zum Naturschutz
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19:07 07.02.2010

chsen aktiv sind. Ab sofort können auch Landnutzer im gesamten Agrarraum zwischen Kitzen und Markranstädt kostenlos vom Förderprogramm profitieren.

Rund 20 von 64 Landnutzern in der Region haben sich darüber Ende vergangener Woche in Markranstädt und Groitzsch informiert. Als östliche Begrenzung gilt Knautnaundorf, das gerade eben außerhalb liegt, im Westen die Landesgrenze. Das Programm soll die landesweite Biotop-Verbundplanung unterstützen. Das Geld erhält in der Regel der Pächter, der die Maßnahme durchführt oder der Eigentümer. „Wenn ich zum Beispiel eine Hecke pflanze, kann ich dort nicht mehr Mais pflanzen“, gibt Höser ein Beispiel für eine Maßnahme.

Durch die jahrzehntelang gewachsene Nutzung – gemeint ist beispielsweise der Bergbau – seien viele Lebensräume verloren gegangen oder verinselt, das bedeutet sie haben keine Verbindung mehr zu anderen Lebensräumen“, erklärt Michael Höser, der mit Thomas Neidhardt seit Januar in der Region berät. „In erster Linie können wir Vorschläge unterbreiten, die der Landnutzer durchführen könnte beziehungsweise solche, die er sowieso plant, fachlich unterstützen“, erläutert Höser. Abzuwägen sei dabei immer, was naturschutzfachlich gewünscht und was für den Betrieb ökonomisch sinnvoll ist, beschreibt er den Spagat.

Erreicht werden soll mit dem Programm, dass langfristig ein Biotopverbundnetz als Rückzugs- und Wanderungsmöglichkeit für Pflanzen und Tiere entsteht. Ein Beispiel ist die Streuobstwiese, die für verschiedene Tierarten wie Insekten, Vögel und Kleinsäuger wichtig ist. So kann sich ein Landwirt bei einer Streuobstwiese den Obstschnitt fördern lassen. Die Gelder zielen auf den Erhalt der Streuobstwiesen, können aber auch bei Neuanpflanzungen beantragt werden – wenn es sich um bewirtschaftete Flächen handelt, sagt Höser. Er nimmt dem Landnutzer die Arbeit ab, sich selbst zu informieren, und fungiert als Bindeglied zwischen den Naturschutzfachbehörden und den Landwirtschaftsämtern, wo schließlich die Anträge zu stellen sind.

Bis zum 15. März muss das Förderbegehren eingehen. Die Stellungsnahme der Naturschutzfachbehörde reicht der Landwirt oder Pächter zusammen mit dem Antrag bis zum 15. Mai beim Amt für Landwirtschaft ein. Wenn er bewilligt wird, kann er jährlich im Obstschnitt die Gelder als Zuwendung erhalten. Gebunden sind diese unter anderem an die Fläche und die Anzahl der Bäume. „Wir haben nicht die Möglichkeit jemanden zu zwingen“, stellt Höser klar. „Wir sind so eine Art Vertrauensperson für die Landwirte“, sagt er. Hält sich der Geförderte aber nicht an die Auflagen, die in der Regel für einen Verpflichtungszeitraum von fünf Jahren gelten, muss er mit Sanktionen rechnen.

Das Programm läuft in der Region Kitzen-Markranstädt, „weil dort aus naturschutzfachlicher Sicht Defizite sind“, erläutert Susanne Rothe, Sachbearbeiterin für Naturschutzförderung beim sächsischen Landesamt für Umweltschutz, Landwirtschaft und Geologie der Außenstelle Mockrehna. Das Problem sei, dass die Böden in dem Gebiet sehr gut sind und aus Sicht der Landnutzer weniger Interesse am Naturschutz besteht, bestätigt sie. Gefördert werden auch Anpflanzungen entlang von Gewässsern, zum Beispiel Pappelalleen oder Ackerrandstreifen, gibt Rothe weitere Beispiele. „Ziel des Programmes ist es, Landwirte zu sensibilisieren, dass sie die Förderung bekommen können“, resümiert sie.

 

Kendra Reinhardt

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