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Markranstädt Familienbetrieb Liebe lockt Besucher nach Frankenheim
Region Markranstädt Familienbetrieb Liebe lockt Besucher nach Frankenheim
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19:00 16.10.2016
Holzspielzeugmachermeister Jörg Liebe hatte zum „Tag des traditionellen Handwerks“ in die offene Werkstatt nach Frankenheim eingeladen. Quelle: Foto: Armin Kühne
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Frankenheim

Weit geöffnet war am Sonntag – zum Tag des traditionellen Handwerks – die Pforte zur Spielzeugwelt. Wo die liegt? Treue Fans wissen das natürlich längst: mitten im Markranstädter Ortsteil Frankenheim. Dort, in der Rückmarsdorfer Straße, lädt Familie Liebe regelmäßig in ihre Werkstatt der Holzspielzeugmacher. Am Sonntag konnten Neugierige den Kunsthandwerkern erneut über die Schultern schauen und erfahren, wie Bauklötze, lenkbare Traktoren, Kreisel oder Miniaturen für Puppenstuben und Kaufläden gefertigt werden.

Wer nun glaubt, vor allem kleine Mädchen und Jungen hätten an der Hand ihrer Eltern oder Großeltern zu den Besuchern gehört, der irrt. Spielen kennt bekanntlich keine Altersgrenzen und macht auch vor Ortsgrenzen nicht halt. Denn die Liebhaber von Kaufläden, Puppenstuben und Co. kamen nicht nur aus Markranstädt und Umgebung, sondern aus dem gesamten Großraum Leipzig.

Kein Wunder, weckt Spielzeug doch Erinnerungen an die Kinderzeit. „Guck mal dort, die winzigen Puppenhausmöbel; sogar die Schubladen der Kommoden und Schränke lassen sich öffnen.“ „Und hier, der Kreisel, mit solch einem habe ich noch auf der Straße gespielt.“ Solche oder ähnliche Sätze waren immer wieder zu hören. Die Besucher konnten sich einfach nicht sattsehen an den vielen kleinen und großen Holzspielwaren.

Rund 400 Artikel werden in der Werkstatt der Liebes gefertigt und das bereits seit über 25 Jahren. „In Sachsen sind wir die einzigen; in ganz Deutschland gibt es nur drei Firmen, die Mini-Spielzeug in dieser Qualität produzieren“, sagte Juniorchef Jörg Liebe, der wie schon sein Vater Wolfram den Beruf in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule in der Nähe von Seiffen gelernt hat.

Seit 1987 spielt erzgebirgische Tradition daher auch im Leipziger Raum eine Rolle; ist Frankenheim ein Spielzeugdorf im Kleinen, sind die Liebes – zu denen längst auch Schwiegertochter Corinna gehört – Handwerker, die sich nicht nur der Tradition, sondern auch der Nachhaltigkeit verschrieben haben: „Unseren Holzbedarf decken wir mit Baumstämmen aus dem Leipziger Auwald. Dieses Holz wird von uns aufgesägt, zum Trocknen gelagert und dann zum Spielzeug verarbeitet“, erklärte Jörg Liebe. „Die Firma ,Liebe Holzspielzeug’ ist auch die einzige, die vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt alles selbst macht“, ergänzte Thomas Peisker, der an Tagen wie diesen seine ehemaligen Kollegen bei den Führungen durch die Werkstätten unterstützt. „Im Maschinenraum wird gesägt, gefräst und geschliffen und hier in der Endmontage warten Zinnguss und Farbe auf ihren Einsatz“, erklärte der Rückmarsdorfer und zeigte auf verschiedene Werkzeuge, die für die letzten Arbeitsschritte nötig sind.

„Zu den vielen Besuchern in Frankenheim gehörten auch Angela und Dietmar Schäfer. „Wir haben in der LVZ davon erfahren und wurden neugierig“, erzählte das Groitzscher Ehepaar. „Holzspielzeug gefällt uns generell besser als solches aus Plaste. Heute wollen wir schon mal nach Spielwaren für die Enkel schauen.“ Wer die Wahl hat, hat die Qual – denn neben all dem pädagogischen Spielzeug, den Miniaturen im Maßstab eins zu zwölf, gehören auch die Mini-Werkstätten der Tischler, Wagner, Maler und die anderer Gewerke zur breiten Produktpalette, die immer wieder große und kleine Kinder nach Frankenheim lockt.

Von Ingrid Hildebrand

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