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Fast tausend Einwohner vom Bahnlärm gesundheitlich gefährdet

Fast tausend Einwohner vom Bahnlärm gesundheitlich gefährdet

Markranstädt. 2230 Einwohner von Markranstädt sind tagsüber vom Lärm der Eisenbahn belastet, bei 520 von ihnen muss mit gesundheitlichen Folgen gerechnet werden.

Nachts sind gar 5660 Bürger der Stadt vom Schienenlärm betroffen, 970 gesundheitsgefährdend. Das geht aus der jetzt vorgelegten Lärmstatistik des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) hervor.

Bauamtschefin Uta Richter hatte im jüngsten Stadtrat die Lärmkartierung des Eisenbahn-Bundesamtes kurz erläutert. "Aus den Lärmkarten ist ableitbar, dass große Flächen der Siedlungskerne Markranstädt und Großlehna wie auch Randbereiche von Lindennaundorf durch die Eisenbahnstrecke lärmseitig belastet werden und insbesondere nachts nicht unerhebliche Bereiche in Markranstädt und Großlehna über der Grenze zur Gesundheitsrelevanz liegen", hatte die Verwaltung informiert.

Hintergrund ist die Lärmaktionsplanung nach EU-Recht, die für die Straßen bei den Kommunen (die LVZ berichtete) und für die Hauptschienenstrecken der Bahn ab dem nächsten Jahr nun beim EBA liegt. Analog wie bei den Kommunen soll dabei auch die Öffentlichkeit beteiligt werden, wie ist aber noch nicht klar. Richter betonte, dass es keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutz durch die Bahn gebe. "Eine hohe Beteiligung kann aber nicht ergebnislos bleiben", meinte sie.

Erfahrung damit hat sie. Denn in Markranstädt hat die AG Verkehrslärm mit ihrem Sprecher Burkhard Schmidt die Planung gegen den Verkehrslärm begleitet - zum gegenseitigen Vorteil, wie Schmidt glaubt. "Uns hat man wiederholt gesagt, dass in Markranstädt viel erreicht wurde unter anderem auch wegen unseres permanenten Drucks."

Bekanntlich gilt auf Teilen der beiden Bundesstraßen in der Innenstadt nun Tempo 30. "Und das bringt mehr, als wir selber gedacht haben", schätzt Schmidt nach gut einem Monat "Betrieb" ein. Es sei deutlich ruhiger geworden auf den Straßen im Zentrum, sicher auch wegen der neuen Radarfallen. "Ich wundere mich, dass jetzt die Händler an der umgebauten Leipziger Straße nicht auch versuchen, Tempo 30 vor ihren Geschäften zu bekommen", sagt er.

Den Lärm auch der Eisenbahnen in die Diskussion zum Verkehrslärm einzubeziehen, hatte die AG immer gefordert, war aber an den Formalitäten gescheitert. Bisher habe die AG in Sachen Bahn "wenig Angriffspunkte" gehabt, so Schmidt. Aber nun lägen erstmals Zahlen zum Schienenlärm vor.

Vieles fehle ihm noch, wie etwa die Unterscheidung in Personen- und Güterverkehr. Oder die zukünftige Belegung der Trasse, die durch den Neubau der ICE-Trasse nach Erfurt künftig eigentlich weniger befahren werden soll. "Wenn wir genug Fakten haben, werden wir uns auch hier zu Wort melden", verspricht er.

Gegen die Tempo-30-Regelung ist die Stadt übrigens in Widerspruch gegangen. Nicht weil sie dagegen ist, sondern weil die Regelung nur bis Ende 2018 befristetet ist, die Stadt eine dauerhafte Tempo-30-Regelung befürwortet. Ebenso beantragte sie, die Regelung auszuweiten, die bislang nur nachts Tempo 30 auf der Leipziger und Lützner Straße (B87) vorsah. Die AG habe der Stadt geraten, in Widerspruch zu gehen, sagt ihr Sprecher etwas "verschmidts".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.12.2014
Jörg ter Vehn

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