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Markranstädt Feuchter Wettkampf der sächsischen Wehren am Kulkwitzer See
Region Markranstädt Feuchter Wettkampf der sächsischen Wehren am Kulkwitzer See
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16:42 10.09.2017
Löschangriff ist ein feuchter Sport, bei dem die richtige Technik extrem wichtig ist.
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Markranstädt

Es ist schon ein besonderer Sport, in dem sich am Sonnabend zum 150. Geburtstag der FFW Markranstädt Sachsens beste Feuerwehren am Kulkwitzer See maßen: Löschangriff – eine Mischung aus Strongman-Lauf, Formel Eins und Biathlon. Nur ohne Ski.

Sieben Sportler bilden dabei jeweils ein Team. Von einer Plattform mit der Pumpe aus müssen sie eine Löschwasserstrecke von einem nebenstehenden Wasserbassin zu zwei knapp einhundert Meter entfernten Zielen aufbauen, dort durch jeweils fünf Zentimeter große Löcher jeweils zehn Liter Wasser reinschießen. „Teams haben das bei Kreismeisterschaften schon in 23 bis 24 Sekunden geschafft“, erzählte Karsten Menzel, der Sportverantwortliche beim Kreisfeuerwehrverband Leipzig-Land.

Um es vorwegzunehmen: Das beste sächsische Team aus Lauba benötigte am Sonnabend dafür 25,32 Sekunden. Platz zwei errang die FF Dürrhennersdort mit zwei Zehntelsekunden Abstand nur einen Wimpernschlag später. Der dritte Rang ging nach Preititz mit 26,22 Sekunden. Die Teams wurden nach dem Turnier geehrt, bevor die kleine Feier im Festzelt für die FFW Markranstädt mit Ehrungen und Musik vom Krause Duo begann.

Dazwischen gab es hochspannende Momente mit etlichen Einsprüchen an die Wettkampfleitung, wiederholten Wertungsläufen, für ungültig erklärten Läufen, abgesoffenen Pumpen, demolierten Pumpen, umgefallenen Pumpen – kurz: technische Probleme, Dramatik pur.

18 Teams, darunter drei Frauenmannschaften hatten sich im Vorfeld für die drei verschiedenen Wertungen eingetragen. Neben dem Sachsen-Cup ging es auch um die Kreiswertung sowie den Bürgermeisterpokal als Markranstädter Ortswehren-Wettkampf.

Das Turnier begann mit einer Schweigeminute für die beiden vor Kurzem auf der Bundesautobahn A 2 getöteten Feuerwehrkameraden. Die Trauer kam von Herzen, denn auch wenn Feuerwehrsportler wie Johannes Schubert oder Christopher Boschen zweimal die Woche für ihre jährlich bis zu 20 Wettkämpfe trainieren, „am Turnier nehmen echte Kameraden teil, die auch mitausrücken“, stellte Menzel klar.

Der Löschangriff, Königsdisziplin des Feuerwehrsports, simuliert einen echten Einsatz. „Alle sieben müssen zusammenspielen. Wenn es bei einem schief läuft, ist der ganze Lauf hinüber“, hatte Schubert vor dem Renen noch erzählt. Wie sehr er recht hatte, zeigte gleich der erste Lauf, bei dem den Markranstädter Damen das Saugrohr aus dem Bassin rutschte, dadurch wertvolle Sekunden verloren gingen und die Frauen vom Team Benndorf-Wiedemar siegten. Sie holten sich hinterher auch Platz eins bei der Frauen-Wertung im Sachsen -Cup.

Die Frauen waren auf Bahn eins gestartet, klagten über die nicht rund laufende Pumpe. Bis zum vierten Lauf beschwerten sich alle Teams auf Bahn eins über das Gerät, verloren jeweils ihre Rennen. Schubert, Maschinist im Team Landkreis Leipzig und im Vorjahr mit dem Sachsen-Team sogar bei den Deutschen Meisterschaften dabei, schimpfte: „Sobald sie unter Last Gas kriegt, säuft sie ab.“ „Bedienfehler“ hatte die Wettkampfleitung bis dahin alle Einsprüche weggefegt, erst danach einen Test unternommen. Ergebnis: Die Pumpe, übrigens vom Feuerwehrtechnischen Zentrum des Kreises, wurde getauscht, alle Läufe auf der Bahn bis dahin wurden wiederholt.

Am Ende holte sich das Team Beucha vor dem des Landkreises und dem aus Ballendorf den Kreis-Titel, bei den Frauen siegten die aus Markranstädt ohne Konkurrenz. Den Bürgermeisterpokal holte der „Markranstädt-Mix“ vor den Ortswehren aus Döhlen und Markranstädt.

Von Jörg ter Vehn

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