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Markranstädt Flächennutzungsplan: Verwilderte Wiesen contra Solarkollektoren
Region Markranstädt Flächennutzungsplan: Verwilderte Wiesen contra Solarkollektoren
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08:00 10.01.2013
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Markranstädt

Wie berichtet, hatte die Verwaltung die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes aus dem Jahre 2005 mit der Anpassung an das Baugeschehen der letzten Jahre begründet. Auch die Ergebnisse aus dem Stadtentwicklungskonzept Insek müssten eingearbeitet werden. Zehn bis 15 Jahre Gültigkeit würden für den neuen Plan angestrebt, erläuterte die Erste Beigeordnete Beate Lehmann. Sie war mit dem Zuspruch zur Versammlung – etwa 60 Gäste waren gekommen, nicht zufrieden. Aber es werde noch eine Versammlung geben, kündigte sie an.

Jörg Frommolt, Ortsvorsteher von Frankenheim, Lindennaundorf und Priesteblich, kritisierte die vorgesehene Vergrößerung des Gewerbegebietes Frankenheim und die geplanten neuen Windräder. „Wir haben schon zwei im Nacken, jetzt kriegen wir sicher nochmal zwei, da werden sich bestimmt manche Leute überlegen, wegzuziehen“, sagte er. Hartmut Kauschke von der Stadtverwaltung verteidigte den Entwurf. Bei Gewerbeflächen müsse es darum gehen, gut angebundene bestehende Standorte zu nutzen. Außerdem sei der in Frankenheim voll belegt. Anwohner bestritten das, berichteten von leerstehenden Hallen. Bauamtschefin Uta Richter erläuterte, dass der Gesetzgeber den Bau neuer Windräder im Außenbereich generell genehmige. Die Stadt wolle mit dem B-Plan-Gebiet Frankenheim aber möglichst viel Einfluss auf den Bau nehmen.

Neue Flächen für Photovoltaikanlagen sieht der Entwurf entlang der Bahnlinie und der Autobahn 38 sowie südlich von Göhrenz vor. Dazu seien „drei bis vier“ Konversionsflächen vorgesehen, so Planer Frank-Ludwig Vetters. In der Regel seien dies durch den früheren Bergbau geschädigte Areale, erläuterte er.

Anwohner sahen das anders, berichteten von Landwirtschaft, die darauf zum Teil betrieben werde. Andere Flächen seien verwilderte Wiesen, „viel zu wertvoll, um Photovoltaikflächen da draufzusetzen“, klagte einer. Landschaftsarchitekt Hans-Gerd Kleymann erläuterte, dass aus naturschutzfachlicher Sicht der „Wert“ von Wiesen mit Solarkollektoren noch nicht abschließend bewertet sei. Schließlich würden die Wiesen nur gemäht, dort könnten sich viele Klein- und Kleinstlebewesen gut aufhalten, bemerkte auch Richter.

Gäste kritisierten, dass sich die Flächen jedoch genau an dem stark genutzten Rad- und Wanderweg auf der früheren Bahnlinie Leipzig-Pörsten befänden, dadurch der Erholungswert an der mit viel Geld ausgebauten Strecke stark geschmälert werde. Die Göhrenzer Ortsvorsitzende Ingrid Barche schlug vor, doch mehr Kollektoren auf Dächern zu errichten.

Die Beigeordnete Lehmann regte zum Schluss an, anstelle des Gewerbegebiets Frankenheim doch das Gebiet Ranstädter Mark nach Norden entlang der Straße Richtung Frankenheim auszubauen. Die Vorschläge seien protokolliert, würden nun alle in die nächste Runde zur Prüfung mitgenommen, versprach Richter.

Jörg ter Vehn

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