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Markranstädt Födisch Umwelttechnik baut Netzwerk von Luftmess-Stationen auf
Region Markranstädt Födisch Umwelttechnik baut Netzwerk von Luftmess-Stationen auf
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07:00 22.08.2017
Auf den Bundesstraßen in Markranstädt herrscht immer reger (Lastwagen-)Verkehr. Die Daten der neuen Messstationen sollen bald für alle abrufbar sein. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Als Beispielkommune entsteht derzeit in Markranstädt ein Netzwerk von Feinstaub-Messstationen. Möglich macht dies die Dr. Födisch Umweltmesstechnik AG, die ihren Sitz in der Stadt hat, weltweit mit ihren Geräten Maßstäbe setzt und in China bei Kraftwerksmessungen nach eigenen Angaben Marktführer ist.

„Wir haben derzeit extrem gute Luft“, meint Holger Födisch. Markranstädt sei verglichen mit Leipzig sowieso „Naherholungsgebiet“, was die Schadstoffbelastung anginge. Deutlich geworden sei das nicht zuletzt bei einer Probemessfahrt mit einem mobilen Sensor an einem Tag im Juni, an dem die Messstationen in Leipzig mal wieder ein Überschreiten der Feinstaubwerte meldeten. Derweil im Leipziger Zentrum ein Wert von 113 µg gemessen wurde, an der Lützner Straße der Wert mit 126 µg sogar noch weiter über dem Grenzwert von 50 µg lag, sank die Belastung jeden Meter auswärts der Innenstadt. Laut Messprotokoll waren es im Leipziger Westen noch 82 µg und am Firmenstandort in Kulkwitz schließlich noch 30 µg. An der viel befahrenen Bundesstraßen-Kreuzung mitten in Markranstädt lag der Wert bei 53 µg.

Mit ähnlicher Sensortechnik arbeiten auch die vier Stationen im Markranstädter Stadtgebiet. Seit mehreren Monaten liefen die smarten, etwa 10 mal 10 Zentimeter großen Stationen, so Födisch, über Netzwerk-Technik seien die Daten abrufbar. Überprüft werden sollten die Einflüsse des Verkehrs auf die Schadstoffwerte, erklärt Gabriele Dietrich von der Firma den Hintergrund.

Er mache das Projekt „auf eigene Kappe“, so Födisch, nehme Markranstädt als Beispielkommune für die Erprobung der Technik. Ab dem nächsten Jahr wolle er solche kleinen Überwachungsnetze zur Luftbelastung Kommunen anbieten. Sie könnten die Basis liefern zum Beispiel für eine aktive Verkehrsbeeinflussung zur Minimierung der Schadstoffe, wie sie schon im österreichischen Graz getestet wurde.

Bürgermeister Jens Spiske (FWM), zeigte bei einem Firmenbesuch vorige Woche spontan Interesse an den Daten des Messnetzwerkes für Markranstädt. Er bat darum, diese auch auf der Internetseite der Stadt präsentieren zu können. Födisch versprach, dass entsprechende Schnittstellen eingerichtet werden. Zudem arbeite die Firma noch an einer App für Handy und Co, mit der die Mess-Ergebnisse einfacher und übersichtlicher aufrufbar seien.

Aktuell gebe es auch ein Forschungsprojekt, bei dem zusammen mit dem Chiphersteller Infineon noch kleinere Messgeräte entwickelt würden, so Födisch. Ziel sei es, Produkte für den Endverbraucher herstellen zu können – etwa einen Mess-Chip, der zum Beispiel in jedem Fahrzeug die Lüftung analog zur Güte der Außenluft steuern könne.

„Die Luftbelastung korreliert ganz klar mit der Lebenserwartung“, sagt Födisch. Seine Firma entwickele die Sensorik, um diese Belastung zu messen. In anderen Ländern seien diese Geräte viel stärker nachgefragt als derzeit in Deutschland. In China etwa sei Födisch jetzt zum Marktführer bei Luftmessgeräten für Kraftwerke aufgestiegen, freute er sich. Dort erwirtschafte Födisch inzwischen über die Hälfte seiner Umsätze. Aber auch immer mehr Firmen gingen weltweit dazu über, die Luftbelastung in ihren Arbeitsräumen zu erfassen und zu dokumentieren.

Die Födisch AG ist im Vorjahr 25 Jahre alt geworden, beschäftigt rund 80 Mitarbeiter im Kernbetrieb, die meisten davon Ingenieure. Die Messtechnik wird in Dutzende Länder von Südafrika bis Malaysia exportiert. Im Vorjahr lag der asiatische Raum mit über der Hälfte vorn. Der Umsatz betrug nach eigenen Angaben erstmals knapp 49 Millionen Euro.

Von Jörg ter Vehn

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