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Für Stadtsanierung künftig deutlich weniger Geld zur Verfügung

Für Stadtsanierung künftig deutlich weniger Geld zur Verfügung

Markranstädt. Mehr als 16 Millionen Euro investiert, fast drei Viertel davon mittel- oder unmittelbar für die Bürger: Einen positiven Zwischenstand nach über 13 Jahren Stadtsanierung zog das Rathaus zum Tag der Städtebauförderung in Markranstädt.

Weißbachhaus, Pfarramt, Rathaus, St. Laurentiuskirche, Mehrgenerationenhaus, Marktplatz, Sporthalle, Baumhaus-Hort, Kita Marienheim-Storchennest: In allen diesen Projekten steckt Geld der Stadtsanierung - 16,4 Millionen Euro bislang, finanziert zu je einem Drittel durch Stadt, Land und Kommune. Seit 2002 seien damit jährlich rund eine Millionen Euro nach Markranstädt geflossen, habe die Stadt selbst jährlich mehr als 300 000 Euro dafür aufgebracht, erinnerte Bürgermeister Jens Spiske (FWM) am Sonnabend im Rathaus.

Neben 1,3 Millionen Euro für 25 private Bauvorhaben seien mit 8,6 Millionen Euro insgesamt 52 Prozent der Ausgaben für Gemeinbedarf- und Folgeeinrichtungen wie Sporthalle, Kita oder Rathaus geflossen - zusammen mit den Ordnungsmaßnahmen wie im Alten Park, im Alten Friedhof, in der Park- oder Marienstraße sogar 73 Prozent. Altes zu erhalten und den neuen Bedingungen anzupassen, sei dabei stets Förderschwerpunkt gewesen, so Spiske.

Das erste Förderprogramm SEP für den Stadtkern laufe jedoch voraussichtlich Ende dieses Jahres aus. Seit 2011 gebe es daneben das Program SOP für das "Neue Zentrum". Wie berichtet, wird damit in Markranstädt im Wesentlichen der Umbau der Bundesstraße in eine attraktive Einkaufs- und Flaniermeile begleitet. 3,26 Millionen Euro seien als Fördersumme eingereicht, aktuell wegen diverser Verzögerungen beim Bauablauf leider erst 1,55 Millionen Euro abgerechnet, bedauerte Spiske. Vorige Woche musste die Stadträte zähneknirschend der Rückzahlung von 340 000 Euro Fördergeld an die Sächsische Aufbaubank aus dem Stadthaushalt zustimmen.

Dem Umbau der Leipziger Straße habe das Erscheinungsbild der Stadt wesentlich verbessert, resümierte Heike Helbig von der Stadtverwaltung. Im Detail sei aber zum Beispiel die Anschaffung von Markisen für die Läden über den Verfügungsfonds der Stadt schwierig, weil viele der Hausbesitzer gar nicht in der Stadt wohnten. Dennoch werden im Nachgang des Straßenumbaus Investitionen der Besitzer erwartet. Über erste gebe es Gespräche, hieß es vom Rathaus beim anschließenden Stadtrundgang.

Auch das SOP-Programm endet jedoch 2016. Eine weitere Förderung von Maßnahmen könnte dann über das Leader-Programm erfolgen, das Steffi Raatzsch vom Kommunalen Forum Südraum Leipzig vorstellte. Anders als in anderen Städten des Südraums sei dabei neben den Ortsteilen auch der Stadtkern von Markranstädt förderfähig. Bis 2020 sollen dabei 18 Millionen Euro fließen - allerdings in die gesamte Region.

Wie berichtet, sieht das Leader-Programm Investitionen in Dorfentwicklung und Lebensqualität (47 Prozent), die Regionale Wirtschaft (23%) sowie Kultur und Tourismus (30%) vor. Ein Beispiel: Bis zu 150 000 Euro kann eine junge Familie erhalten, wenn sie ein altes Dorfgebäude wieder bewohnbar macht. Voraussichtlich im Herbst könnten erste Anträge entgegengenommen werden, so Raatzsch. Das Verfahren sei aber "wahnsinnig kompliziert", viele Fragen noch offen. Spiske gab Staatsministerin Petra Köpping (SPD), die an der Veranstaltung teilnahm, seine Kritik daran mit auf den Weg. Es könne doch nicht sein, dass alle 30 Leader-Regionen Sachsens noch etliche "Hausaufgaben" vom Ministerium abarbeiten müssten. Da komme doch die Frage auf, ob nicht auch an der Aufgabenstellung etwas falsch war.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.05.2015

Jörg ter Vehn

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