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Gärnitz: Drei Ortswehren wegen Personalnot zusammengelegt

Gärnitz: Drei Ortswehren wegen Personalnot zusammengelegt

Aus drei mach eins: Im Markranstädter Ortsteil Gärnitz ist Mitte Juli eine neue Freiwillige Feuerwehr gegründet worden. Hervorgegangen ist sie aus den Ortswehren Albersdorf, Seebenisch und Kulkwitz.

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Bürgermeister Jens Spiske (3. von links) mit der neu aufgestellten Freiwilligen Feuerwehr Gärnitz und Gästen vor dem Gerätehaus.

Quelle: Stadt

Markranstädt. "Schon 2007, lange vor meiner Amtszeit, wurde im Brandschutzbedarfsplan darauf hingewiesen, dass die drei Wehren auf Dauer weder personell noch technisch in der Lage sind, allein Einsätze abzusichern", erklärt Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler). Wie bei fast allen Freiwilligen Feuerwehren hätten sie seit Jahren Probleme gehabt, Nachwuchs zu gewinnen. Teilweise seien die Kameraden mit 70 Jahren noch ausgerückt, die sonst übliche Trennung in eine aktive Truppe und eine Alters- und Ehrenabteilung habe es gar nicht mehr geben können.

Umgesetzt wurde die Empfehlung indes nicht. Kein Wunder: Das Thema ist heikel, führt unter betroffenen Kameraden überall zu heftigen Diskussionen. Am Problem änderte das derweil nichts. Als der Brandschutzbedarfsplan 2013 fortgeschrieben wurde, war der Zusammenschluss wieder Thema.

"Ende 2014 habe ich vom Stadtfeuerwehrausschuss, in dem der Stadtwehrleiter, die acht Ortswehrleiter und die Jugendwarte vertreten waren, dann den klaren Auftrag erhalten, die Zusammenlegung zügig durchzusetzen", berichtet Spiske. Leicht sei ihm das nicht gefallen. "Ich wusste, dass das sehr emotional wird, aber ich musste auch Sorge tragen, dass die Feuerwehr schlagkräftig bleibt", betont er.

Der Bürgermeister fürchtete, dass es eine Austrittswelle geben könnte, die die Feuerwehr personell noch weiter schwächt. Deswegen seien alle Kameraden gezielt angeschrieben worden. Um das Teamgefühl zu stärken, habe es gemeinsame Übungen gegeben. Außerdem sei den Frauen und Männern angeboten worden, in Alters- und Ehrenabteilungen zu wechseln und Traditionsvereine zur Pflege der alten Technik zu gründen.

"Ich denke, wir haben als Stadt viele Möglichkeiten eröffnet. Die drei Ortswehren können auf rund 100 Jahre Geschichte zurückblicken, die kann man nicht einfach mit einem Federstrich verschwinden lassen", weiß Spiske. Ganz verhindern konnte er Austritte nicht, "aber es hält sich in Grenzen", so der Rathauschef. Einige Kameraden hätten ihr Ehrenamt partout nicht drei Kilometer weiter leisten wollen. Insgesamt zehn seien auf eigenen Wunsch entlassen worden, 26 in Alters- und Ehrenabteilungen gewechselt.

Die Feuerwehr Gärnitz, die im Beisein von Kreisbrandmeister Nils Adam und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Bernd Colditz, aus der Taufe gehoben wurde und im Feldscheunenweg 4 in Gärnitz ihr Domizil hat, zählt 13 Mitglieder. Elf stammen aus den drei alten Wehren, zwei hätten neu dazu gefunden. Eingeführt wurde eine Altersgrenze: Aktive Kameraden dürfen maximal 65 sein. Bis zur Wahl eines Ortswehrleiters am 21. August führt Uwe Kretzschmar das Amt kommissarisch.

Statt acht gibt es in der Kernstadt und den 17 Ortsteilen nun sechs Ortswehren. Personell bleibe die Lage trotzdem schwierig, auch in Markranstädt selbst, gesteht Spiske. Mittlerweile sei es selbstverständlich geworden, dass bei Alarmierungen werktags der gesamte Gemeindeverband ausrücken muss. "Zum Glück sind die Markranstädter Arbeitgeber sehr kooperativ", sagt Spiske. Das gilt auch für die Stadtverwaltung, wo inzwischen etliche Kameraden arbeiten. "Ich habe vor all meinen Feuerwehrleuten Hochachtung, was die körperlich und technisch leisten, ist wie ein zweiter Beruf. Das ist vielen Bürgern leider gar nicht bewusst", betont er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2015
Ulrike Witt

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