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Markranstädt Gelebte Integration auf der Kleinen Farm in Markranstädt
Region Markranstädt Gelebte Integration auf der Kleinen Farm in Markranstädt
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12:15 28.10.2016
Ein Projekt von dem viele profitieren: Andreas Lüer, Petra Köpping und Irina Tunsch (von links) auf der Kleinen Farm in Markranstädt im Gespräch. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Hoher Besuch gestern auf der Kleinen Farm: Petra Köpping (SPD), Ministerin für Gleichstellung und Integration, wanderte, geführt von Richtungswechsel-Vereinschef Andreas Lüer und Irina Tunsch, Leiterin der Kita Waldknuffel, über das weitläufige Gelände.

Sie wäre gern schon der Einladung zum Hoffest am 9. September gefolgt, doch war sie da verhindert. Die Resonanz war überragend (die LVZ berichtete). Hunderte Besucher tummelten sich zwischen Gehegen und Ställen mit Ziegen, Hasen, Hühnern und Mäusen, um sich über das offene Jugendprojekt zu informieren. „Das war eine riesengroße Anerkennung für unsere Arbeit und viel Motivation zum Weitermachen“, so Lüer.

Tunsch, deren Kita mit der Kleinen Farm kooperiert, freut sich nicht nur über die Begeisterung ihrer Kinder, sondern auch über Interesse und Mitarbeit der Eltern. „Wir sind von Montag bis Freitag täglich mit zehn Gruppen im Wechsel hier, um die Tiere zu füttern und zu pflegen. Den Kindern macht das eben so viel Spaß wie den Jugendlichen. Das ist gelebte Integration“, erklärte sie.

Alles wurde in Eigenregie errichtet, vom Erlebnis-Spielplatz über das „Grüne Klassenzimmer“ bis zu den Gehegen. „Wir sind nach und nach gewachsen“, erzählte Lüer. „Was man sieht, ist selbst gebastelt und gebaut, aus Müll und aus Spenden.“ Den schöpferischen Möglichkeiten seien keine Grenzen gesetzt, es bleibe noch unendlich viel zu tun. „Wir wollen nie fertig sein“, betonte Lüer.

Dass vor der praktischen Arbeit betriebswirtschaftliches Denken und Bürokratie stehen, weiß er nur zu gut. Im ausführlichen Dialog mit Köpping kristallisierten sich Möglichkeiten heraus, über Förderrichtlinien neue Maßnahmen zu finanzieren. Sei es, die Jugendlichen durch individuelle Unterstützung wie Praktika in einen Job zu vermitteln oder auch Asylanten zur Seite zu stehen.

Die Ministerin fand das Engagement für benachteiligte Jugendliche bemerkenswert: „Ein ganz großes Dankeschön gebührt denjenigen, die den Jugendlichen eine sinnvolle und nachhaltige Aufgabe geben.“ Was hier tatkräftig angepackt werde, sei eine gesellschaftspolitische Notwendigkeit, die nicht durch Computerarbeit ersetzt werden kann.

Nicht nur die Zweibeiner, auch die Tiere fühlen sich unter der professionellen Pflege pudelwohl. Der nächste Sachkunde-Lehrgang steht schon im Programm. Lüer fährt extra ins Erzgebirge, um den fachgemäßen Umgang mit den bald erwarteten neuen Mitbewohnern, zwei handzahmen Alpakas, zu lernen.

Beinah zirkusreif tritt Ziegenbock Leo auf. Er macht auf Geheiß Männchen und geht an der Leine seines Lieblingspflegers ganz entspannt durch den Ort spazieren. Schließlich wartet eine große Aufgabe auf das Duo: Leo soll an Menschen und Verkehrslärm gewöhnt werden, damit er beim nächsten Kinderfest den großen Umzug anführen kann.

Von Gislinde Redepenning

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