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Markranstädt Gesucht: die kleinste genehmigungsfähige Minimalvariante
Region Markranstädt Gesucht: die kleinste genehmigungsfähige Minimalvariante
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09:02 18.10.2018
Immer Ärger um die Schranke in Frankenheim: Obwohl hier niemand durchfahren darf, wird die Strecke häufig genutzt. Die Stadt plant eine reguläre Straße, aber das dauert und wird teuer. Quelle: Andre Kempner
Markranstädt

Seit die Frankenheimer und Lindennaundorfer in einer Bürgerbefragung mehrheitlich für einen Ausbau der Priesteblicher Straße votierten, hat sich für den normalen Verkehrsteilnehmer nichts verändert. Nach wie vor ist die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt und nach wie vor findet auf ihr Durchgangsverkehr statt. Jetzt aber scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Nach Angaben des Rathauses werde noch in diesem Jahr eine Vorplanung in Auftrag gegeben. Zur Diskussion standen ursprünglich zwei Varianten. Die teure Ausführung berücksichtigte eine Ideallösung mit großzügiger Anbindung an die übergeordnete Straße „An den Windmühlen“ zwischen Dölzig und Markranstädt. Sie wurde vom Stadtrat als zu teuer und überdimensioniert abgelehnt.

„Der Auftrag der Stadträte an die Verwaltung lautete, eine Minimalvariante zu entwickeln“, sagt Bürgermeister Jens Spiske (FWM). Was so einfach klingt, ist aber in der Realität ungleich komplizierter. Im Hinblick auf das Unfallgeschehen im Bereich der Einmündung auf die Straße „An den Windmühlen“ fordern zum Beispiel sowohl Straßenverkehrsamt als auch Polizei eine aufwändigere Lösung.

Kein langes Leben hat die Schranke, die die Straße versperrt. Nach wenigen Stunden wird sie meist wieder zerstört. Quelle: Andre Kempner

Eine Spur für Linksabbieger von Dölzig kommend, eine Ampel oder ein Kreisverkehr stünden hier zur Disposition. Bauamtsleiter Sven Pleße entkräftet: „Ein Kreisverkehr wird nicht zwingend gefordert und die Forderung nach einer Ampel steht derzeit auch nicht im Raum.“ Pleße schränkt daher die Bezeichnung der Minimalvariante ein. „Wir müssen von einer genehmigungsfähigen Minimalvariante sprechen“, stellt er klar. Das Planungsbüro werde deshalb den Auftrag erhalten, im Rahmen einer Variantenuntersuchung die „kleinste genehmigungsfähige Minimalvariante“ zu finden.

Dass der Ortschaftsrat darauf drängt, den Ausbau der Straße mit einem neuen Radweg zu verbinden, wirkt sich ebenfalls auf die Kostenentwicklung des Projektes aus. „Hier würden wir auch den erforderlichen Grunderwerb berücksichtigen müssen“, meint der Chef des Bauamtes. Die Formel ist einleuchtend: Straße plus Grünstreifen plus Radweg plus Grünstreifen – das erfordert mehr Breite als eine normale Straße.

Nun also eine „kleinste genehmigungsfähige“ Minimalvariante inklusive Radweg. Mit dieser Aufgabenstellung soll noch in diesem Jahr der Auftrag zur Erstellung einer Vorplanung erteilt werden. „Erst dann können belastbare Aussagen zu den Kosten getroffen werden“, gibt sich Pleße vorsichtig. Die Ergebnisse der Variantenuntersuchung müssten dann diskutiert werden und gegebenenfalls in einen Beschluss münden. Die Stadt rechnet mit dem Vorliegen dieser Planungsunterlagen im Frühjahr kommenden Jahres. Dann erst können die entsprechenden Fördermittel beantragt werden.

„Ohne Fördermittel geht gar nichts“, erklärt Beate Lehmann, Erste Beigeordnete im Rathaus. „Wenn die Vorplanung mit Kostenschätzung vorliegt, kann die Maßnahme im nächsten Doppelhaushalt berücksichtigt werden, muss dann aber mit Fördermitteln untersetzt sein.“ Will heißen: Bis zur Bewilligung der Zuschüsse ist die Verwendung des eingestellten Eigenanteils gesperrt und somit kann bis dahin auch nicht mit dem Bau begonnen werden.

Von Rainer Küster

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