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Große Baupläne am Kulkwitzer See in Göhrenz fast komplett fallen gelassen

Ortschaftsrat Große Baupläne am Kulkwitzer See in Göhrenz fast komplett fallen gelassen

Der Kulkwitzer See in Göhrenz soll weitgehend naturbelassen bleiben. Dafür macht sich seit langem der dortige Ortschaftsrat stark. Bei der aktuellen Debatte um den Bebauungsplan hat er jetzt nur einem kleineren Hotelstandort nahe Tauchschule und Parkplatz zugestimmt.

Nur auf diesem Parkplatz an der Tauchschule ist noch ein Hotelbau nahe dem See möglich.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Fast komplett vom Tisch sind die vor Jahren noch ehrgeizigen Pläne für bauliche Veränderungen am Kulkwitzer See in Göhrenz. Im Ortschaftsrat am Montagabend wurde mehr bedauert, dass jetzt für den Ausbau der Ortsdurchfahrt so viele Bäume gefällt, im Ort selber aber nur wenige nachgepflanzt werden.

Grünplaner Reimar Mackrodt erläuterte den Räten und den zahlreichen Gästen in der Gaststätte „Seenswert“ ausführlich, warum welcher der insgesamt 109 Bäume nicht zu halten ist. Mal war es das neue Bett des Zschampert, der bekanntlich beim grundhaften Bau der Ortsdurchfahrt um drei bis fünf Meter verlegt und naturiert wird, mal war es die Straßenböschung, die neu modelliert wird, mal war es die Verkehrssicherheit, die nach dem Eingriff in den Waldrand nicht mehr gegeben ist und eine weitere Durchforstung dort nach sich zieht.

Abschnitt für Abschnitt ging Mackrodt die im Januar und Februar geplanten Fällungen mit den Bürgern durch, die das Verschwinden von Robinien, Haselnüssen, Eichen und Pappeln bedauerten, vor allem aber kritisierten, dass mit 34 von 206 Ersatzbäumen in Göhrenz nur wenig nachgepflanzt werde. Rein technisch ginge es nicht überall, so der Planer, und da wo es sinnvoll sei, „war teils der Grunderwerb nicht möglich“, bedauerte er. Ersatzpflanzungen sollten auf städtischem Grund und Boden sein, mehr Flächen seien nicht verfügbar gewesen, sagte er.

Statt in Göhrenz werde nun Ersatz gepflanzt in Lindennaundorf, Großlehna, Seebenisch und Quesitz. Auf Drängen von Ortsvorsteherin Ingrid Barche, doch weitere kommunale Flächen an den ehemaligen Gleisen und dem jetzigen Radweg zu bepflanzen, erklärte Bauamtschefin Uta Richter, dies schon früher geprüft zu haben. Dort befänden sich wertvolle Sonnenplätze für Eidechsen, der Naturschutz habe weitere Bäume dort untersagt.

Diese Woche begännen endgültig die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt mit dem Bau der Bus-Wendeschleife, so Richter. Bis 9. Oktober sei diese fertig, ab dem 12. Oktober werde dann das erste Stück zwischen Ortsausgang und B 186 neu asphaltiert, dafür die Straße komplett bis voraussichtlich dem 6. November voll gesperrt, las sie aus dem Protokoll der Bauanlaufberatung vor.

Richter erörterte den Räten die lange Geschichte des Bebauungsplanes für Göhrenz. Seit 2010 sei daran gearbeitet worden, unter anderem sollten zwei Hotels/Gaststätten, acht neue Wohnhäuser in Ufernähe und mehr entstehen. 2014 sei man sich aber einig geworden, nach dem eher „kraftvollen“ Eingriff der Stadt am Westufer des Sees in Markranstädt in Göhrenz nun weniger stark einzugreifen. Die Baufenster am See seien entfallen, der B-Plan-Umgriff sei weiter verkleinert worden. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister im Juni diesen Jahres sei als Kompromiss ihrer Information nach ein kleiner Hotelstandort am Osten der Göhrenzer Seeseite an Parkplatz, Tauchschule und Imbiss als Option übrig geblieben, erzählte Richter. Es gebe zwar keinen Interessenten derzeit, aber ein „Platzhalter“ dort sei wichtig, sonst werde es dort wahrscheinlich nie wieder eine Entwicklung geben können.

Einzelne Bürger und auch Ortschefin Barche waren zwar der Meinung, auch dieser kleine Hotelstandort sei bei dem Gespräch entfallen, beharrten aber nicht darauf. Der total abgespeckte Bebauungsplan soll nun dem Technischen Ausschuss und anschließend dem Stadtrat zur Beschlussfassung zugeleitet werden.

Von Jörg ter Vehn

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