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Markranstädt Große Raupe im Kriechgang
Region Markranstädt Große Raupe im Kriechgang
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05:00 02.08.2010
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Markranstädt

„Als wir die Raupe 1998 angeregt durch den Leipziger Honky Tonk ins Leben gerufen haben, kamen noch mehr als 3000 Leute. Inzwischen wäre ich froh, wenn 1500 den Weg zu uns finden", erklärte Andreas Groitzsch, Inhaber der „Grünen Eiche" in Gärnitz. „Dass Veranstaltungsangebot ist generell zu groß geworden. Außerdem müssen die meisten Leute aufs Geld schauen."

Der Kartenvorverkauf hatte die Entwicklung bereits angedeutet. „Bis letztes Wochenende ging fast gar nichts. Erst als die Markranstädter wussten, der Sommer kehrt zurück, wurde es etwas besser", so Groitzsch. Sein Biergarten war aber gut besetzt. Im Saal, wo die Dresdner Band „Koko" spielte, ging es dagegen übersichtlich zu. „Schade für die Musiker", meinte Groitzsch. Am „Grüne Eiche"-Tor wartete derweil Einlass Peter Zenker stoisch auf die Ankunft des nächsten Shuttle-Busses. Der warf in Gärnitz immerhin 20 Gäste aus. „Kein Vergleich mit früher, aber besser als nichts", kommentierte Zenker. Raupen-Tickets konnte er nicht verkaufen. Alle hatten bereits den orangenen „Ski-Puff", das Symbol der 13. Großen Raupe.

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Was man mit dem flauschigen Müffchen so alles machen kann, war erstaunlich. Die Markranstädter ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Didi Möritz aus Seebenisch genannt Möhre, präsentierte auf dem Marktplatz eine ganz besondere Variante - den doppelten Oberschenkelwärmer getarnt als Hose. Seiner Moni gefiel die mit jedem Verdauerli aus Möhres Flaschengürtel besser. „Wir kommen bis zur Rente zur Raupe", verkündete „Möhrchen" quietschvergnügt. Andere erschienen dank umfunktioniertem Kopfwärmer als Zwergentruppe.

Auf der Bühne vorm Eiscafé Florenz sorgte „King Kreole" musikalisch für Stimmung. Unter den Tanzwütigen war Karin Rödger, ihres Zeichens CDU-Stadträtin und als Mitglied der „Quesitzer Landeier" ohnehin für gute Laune bekannt. Knapp 100 Meter weiter im „Filmriss" musste „Jonnys Discothek feat. Caro" vor fast leeren Stuhlreihen spielen. „Wir hoffen, dass später hier noch die Post abgeht. Die Markranstädter können nämlich feiern, wenn sie nur wollen", sagte Caro. Beschaulich war es auch am Bahnhof, überwiegend reifes, ruhiges Publikum besetzte die Biertische. Dafür durfte DJ André direkt auf dem Bahnsteig auflegen. Zuginsassen haben sich ganz sicher über den neuen „Bahn-Service" gewundert.

Ein Ende der Großen Raupe kommt für Groitzsch und die anderen Wirte trotz des seit Jahren anhaltenden Besucherrückganges nicht in Frage. „So lange wir noch schwarze Zahlen schreiben, geht es immer weiter", verkündete er.

Ulrike Witt

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