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Grünes Licht für Biogasanlage

Grünes Licht für Biogasanlage

Die in Thronitz geplanten Biogasanlage soll größer dimensioniert werden als zunächst vom Betreiber, der Agrargesellschaft Quesitz, angekündigt. Vertreter der Opposition kritisierten, dass die Verdopplung der Kapazität im Technischen Ausschuss (TA) nicht beraten wurde.

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Projektmanager Roman Motzka informiert im Ratssaal auf der frühzeitigen Bürgerbeteiligung über die geplante Biogasanlage im Markranstädter Ortsteil Thronitz.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Mit den Stimmen der CDU-Fraktion votierte der Stadtrat für die Billigung und Auslegung des Bebauungsplanentwurfes „Biogasanlage Thronitz“.

Während sich bei der frühen Bürgerbeteiligung nur ein halbes Dutzend für das Vorhaben interessierte, schlägt es in der Politik höhere Wellen. Stadtrat Hans-Jürgen Berg (Linke) fühlte sich regelrecht „getäuscht“, wie er in einem offenen Brief schrieb und im Ratssaal aufzählte: „Die Kapazität soll sich gegenüber der Sitzungsvorlage des TAs von 1,5 auf 3 Megawatt verdoppeln, die Investitionssumme steigt von 5 auf 10 bis 15 Millionen Euro, die der Arbeitskräfte von drei auf drei bis fünf. Statt 2000 Haushalten sollen nun 4000 darüber mit Strom versorgt werden.“ Trotzdem spreche das Unternehmen von keiner zusätzlichen Belastung für den Bürger, kritisierte Berg. „In Hochzeiten bedeutet das acht Transporte je Stunde“, veranschaulichte er die verkürzten Taktzeiten – durchschnittlich alle 7,5 Minuten ein Transport. Hartmut Kauschke aus dem Bauamt relativierte die Angaben, die sich aus der Prüfung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ergeben: „Die Taktzahl bezieht sich auf die Maximalzahlen in der Ernte.“„Wir haben nur den Aufstellungsbeschluss getroffen, der den Geltungsbereich festlegt, in dem der Investor sein Vorhaben realisiert“, stellte Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) klar. Der zukünftige Betreiber – die Agrargenossenschaft Quesitz – habe signalisiert, dass am gleichen Standort eine höhere Kapazität erreicht werden kann, berichtete sie. „Wir bestimmen nur über den Geltungsbereich und dass wir einen Bebauungsplan entwickeln wollen“, entgegnete sie auf Vorwürfe. Die entzündeten sich auch an der Art der Information. SPD-Fraktionsvorsitzender Heiko Küster sagte: „Die Beschlussvorlage 2010/BV/0080 ist direkt vor der Ausschusssitzung am 1. März gegen die neue nur mit dem Vermerk ,Bitte austauschen’ ausgewechselt worden. So sei der Eindruck entstanden, es handele sich um dieselbe, meinte er. Den Unterschied „hat im Ausschuss keiner gemerkt“, sagte er. Radon betonte, die Informationen seien erst am Montag in der Post gewesen. Im Übrigen habe der Ortschaftsrat das Vorhaben positiv eingestuft. „Das ist eine sehr gute Sache“, bestätigte Ortsvorsteher Helmut Wermke. „Daran stört sich niemand“, versicherte er. Der Standort liege außerhalb der Ortschaften auf halben Wege zwischen Lützen und Döhlen/Thronitz. „Gestank“, wie zuweilen von dem Landwirtschaftlichen Verarbeitungszentrum Markranstädt (LAV) nach Großlehna zieht, sei nicht zu erwarten. Den asphaltierten Feldweg nutze nur die Landwirtschaft. Und die Anlage rechne sich nun auch besser für den Pächter.Bergs Nachfragen zur Technik konnten nicht beantwortet werden. Heinz Herrmann, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Quesitz, wollte sich nicht äußern. Ebenfalls positiv bewertete CDU-Stadtrat Olaf Hertzsch die Anlage: „Ich freue mich, dass das landwirtschaftliche Unternehmen so erfolgreich produziert und sich die Erträge so gut entwickeln, dass auch eine größere Anlage betrieben werden kann“, betonte er. Diese Einschätzung teilte die Mehrheit der Stadträte, die bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für die Auslegung des B-Planentwurfes votierten.

Kendra Reinhardt

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