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Markranstädt Grünes Licht für gleich mehrere Bauvorhaben in Markranstädt
Region Markranstädt Grünes Licht für gleich mehrere Bauvorhaben in Markranstädt
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07:00 08.07.2017
Die Karlstraße mitten in Markranstädt soll nach vielen Jahren des Wartens voraussichtlich im nächsten Jahr ausgebaut werden. Quelle: Foto: Andre Kempner
Markranstädt

Protonentherapiezentrum, Gymnasium-Zusatzbau, Karlstraßen-Umbau – eine Reihe von wichtigen Entscheidungen traf der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend:

– Ausgerechnet das eigentlich kleinste Thema – der Bau einer öffentlichen Toilette am Westufer des Kulkwitzer Sees – beschäftigt den Stadtrat seit Jahren. Aktuell will die Stadt rund 25 000 Fördergeld an den Kreis zurückgeben, um von der Landesdirektion rund 170 000 Euro für ein größeres WC-Ensemble mit jeweils einem Örtchen für Damen, Herren und Behinderte samt einer Umkleide beantragen zu können. Am Kopf der Treppenanlage für den barrierefreien Einstieg zum See soll 2018/2019 gebaut werden. Kosten: rund 200 000 Euro. Eddy Donat (FWM) brachte gutgemeint, aber unfreiwillig komisch den Vorschlag ein, angesichts der gestiegenen Kosten doch mehr daraus zu machen. Er empfahl Verknüpfungen zum städtischen Programm „Spuren suchen“, auch könne man einen „Erlebnisort“ daraus machen. Selbst Parteifreund und Bürgermeister Jens Spiske konnte sich da ein Lächeln nicht verkneifen. Mike Schärschmidt (CDU) mahnte jedoch angesichts der Planungen seit Jahren nun endlich „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Bei zwei Enthaltungen wurde einmütig zugestimmt. Fragen wie von Monika Rau (FWM) zum Betrieb und den Kosten dafür blieben offen.

– Die Karlstraße soll nach langem Verzug nun voraussichtlich 2018 zwischen Leipziger Straße und „An der Schachtbahn“ auf einer Länge von 420 Metern ausgebaut werden. Erste Arbeiten der KWL sollen schon dieses Jahr beginnen. Einmütig wurde zugestimmt, die 16 vorhandenen Straßenbäume zu fällen, 23 neue dafür zu pflanzen. Der Technische Ausschuss hatte im letzten Moment noch zwei weitere durchgesetzt, dafür auf einen Pkw-Stellplatz verzichtet. Kosten für den Bau: rund 1,5 Millionen Euro. Die Stadt hatte den Ausbau seit der Vorplanung in 2005 immer wieder vor sich hergeschoben.

– Für rund 1,4 Millionen Euro, rund 240 000 Euro mehr als anfangs geplant, entstehen auf der Freifläche an der August-Bebel-Halle an der Parkstraße vier neue Klassenräume fürs Gymnasium. Einstimmig wurde der Baubeschluss gefasst. Verwunderung herrschte bei den Stadträten wie etwa Heike Kunzemann (Linke), dass die Mehrkosten damit gedeckt werden sollen, indem das kreiseigene Kell-Gebäude, in dem sich auch das Stadtarchiv befindet, nun nicht mehr gekauft werden soll. Einen Beschluss oder eine Info dazu vermisste Kunzemann. Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann erläuterte, ein Chemie-Großhändler aus Bad Dürrenberg erwerbe das Haus für seine Verwaltung. Die Stadt dürfe günstig weitermieten, verspreche sich von der Ansiedlung auch Gewerbesteuern.

– Einstimmig votierten die Stadträte für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Protonentherapiezentrum in der Ranstädter Mark (die LVZ berichtete). Die Unterlagen für das 250-Millionen-Euro-Projekt sollen den Sommer über zur Einsicht für jedermann ausliegen. Ziel sei es, am 5. Oktober über die Einwände und Anregungen von Bürgern und den Trägern öffentlicher Belange abzuwägen, hieß es. Mitte Oktober könne dann Planungsrecht vorliegen, ab Mai gebaut werden.

– Der Rewe-Markt an der Leipziger Straße soll komplett abgerissen, größer und schöner neu gebaut werden. Die Stadträte votierten bei einer Nein-Stimme dafür, den dazugehörigen Bebauungsplan „Alte Zuckerfabrik“ anzufassen. Eine Bauzeit von einem Jahr ist im Gespräch, der Markt werde von 1300 auf 1800 Quadratmeter vergrößert, heißt es in den Unterlagen. Wo ein Interim die Kundschaft versorgen könnte, sei noch unklar, so Spiske. Eine Möglichkeit sei das neue Wohngebiet am See.

– Der Spezialpalettenbauer HVP will seinen Betriebsstandort in der ehemaligen LPG-Anlage in der Ranstädter Mark langfristig sichern und ausbauen. Die Stadträte waren einstimmig dafür, auf Kosten des Investors einen B-Pan „Zu den Windmühlen – Teil 1“ aufzustellen. Der soll auch die schwierige Erschließung der dortigen Grundstücke entflechten.

Von Jörg ter Vehn

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