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Grundstücke am Westufer des Kulkwitzer Sees so gut wie alle weg

Grundstücke am Westufer des Kulkwitzer Sees so gut wie alle weg

Das Wohnbaugebiet "Westufer Kulkwitzer See" in Markranstädt gilt als so gut wie verkauft. Nur noch vier der 46 Parzellen seien zu haben, weiß Bürgermeister Jens Spiske (FWM).

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Viel schneller als erwartet wurden die Baugrundstücke im Wohngebiet am Westufer des Kulkwitzer Sees, hier eine Aufnahme von Ende April, veräußert.

Quelle: Jörg ter Vehn

Markranstädt. Für ihn ist der schnelle Verkauf "eine Erfolgsstory."

Dass er nicht zu den Verfechtern des neuen Stadtviertels am See gehört, sondern es von seiner Amtsvorgängerin Carina Radon (CDU) geerbt und selbst im Wahlkampf noch bekämpft hat, ist bekannt. Von Radon stammt auch der vermeldete erste Grundstücksverkauf am See, der allerdings so nie über die Bühne ging, weil der Industrielle aus dem Ort später einen Rückzieher machte, das über 2200 Quadratmeter große Grundstück neu verkauft werden musste.

Bei der Markranstädter Bau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (MBWV), die Anfang 2013 im Auftrag der Stadt mit dem Verkauf begann, ist die Parzelle inzwischen als verkauft ausgewiesen - so wie 38 andere. Zwei weitere waren mit Stand 20. Juli reserviert, zu fünfen lagen keine Angaben vor. Insgesamt seien die Verhandlungen aber soweit gediehen, dass von einem Verkauf der meisten Flächen noch in diesem Jahr auszugehen sei, meint Spiske.

Auch deswegen ging beim jüngsten Stadtrat eine Vorlage durch, die nach Meinung etlicher Räte voller Ungereimtheiten war. Darin ging es um Mehrausgaben in diesem Jahr bei der Maklergebühr für die kommunale MBWV. In den Erläuterungen des Beschlusses ist von acht verkauften Grundstücken in diesem Jahr die Rede, dabei waren es laut Stadtratsbeschlüssen elf. In einem Anhang sind dann sogar 13 aufgelistet. Die Stadträte hatten etliche Fragen zu dem Komplex, besonders kritische Bürger wie Manfred Schwung vermuteten gar "Betrug" dabei.

Spiske weist das zurück. Die Vorlage nennt er "nicht glücklich". Auf jeden Fall sei aber mit der nun beschlossenen Ausgabe von etwas mehr als 100 000 Euro die Maklergebühr für alle relevanten Grundstücke im Baugebiet am Westufer Kulkwitzer See bereitgestellt, erklärt er. Gezahlt werde auch jeweils erst, wenn ein Notarvertrag stehe und der Kaufpreis geflossen sei, sagt er. Und sollten Flächen doch nicht in diesem Jahr verkauft werden, werde die Maklergebühr dafür ins nächste Jahr übertragen.

Insgesamt sei das Wohnbaugebiet damit in nicht mal drei Jahren fast komplett ausverkauft, freut sich der Stadtchef. Das sei erheblich schneller als gedacht, daher auch die Maklermehrausgaben in diesem Jahr. "Von fünf bis sechs Jahren waren wir ursprünglich ausgegangen", erläutert er, "Alles in allem eine Erfolgsstory."

Denn Nutznießer der Verkäufe ist Spiske als Stadtchef schon. Die Freude ist vor allem finanzieller Art. Bei Grundstückspreisen von rund 200 Euro je Quadratmeter spülen die Verkäufe mehrere Millionen Euro ins geplagte Stadtsäckeln. Zumal etliche der Grundstücke Flächen von mehr als tausend Quadratmeter besitzen. Selbst die großen Flurstücke seien inzwischen nachgefragt, sagt Spiske froh.

Vorsorglich hatte die Stadt einige der großen Filetgrundstücke entgegen der Planung von Radon auf Anraten der MBWV aufgeteilt, um sie schneller vermarkten zu können. So entstanden statt der geplanten 33 großen Grundstücke insgesamt 46 meist kleinere.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2015
Jörg ter Vehn

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