Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Grundwasser stark mit Nitrat belastet
Region Markranstädt Grundwasser stark mit Nitrat belastet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:20 19.05.2015

Laut seines Sprechers Harald Gülzow habe der VSR Gewässerschutz verstärkt den Raum Leipzig ins Visier genommen.

In den vergangenen Wochen haben etliche Bewohner aus Altranstädt und Schkeitbar, aber auch aus Schkeuditz und Leipzig Proben ihres Grundwassers abgegeben - und zum Teil erschreckende Auskünfte zurückbekommen. So stellten die Mitglieder vom VSR Gewässerschutz in Schkeitbar mit 125 Milligramm und Altranstädt mit 101 Milligramm extrem hohe Nitratbelastungen fest.

Gründe dafür sieht der Verein im zunehmenden Einsatz von Düngemitteln auf den Feldern sowie dem Ausbringen von Gülle aus den Biogas-Anlagen. "Die Weltgesundheitsorganisation hat den Grenzwert für Trinkwasser auf 50 Milligramm festgelegt", erklärt Gülzow. Die Belastung in einigen Teilen Markranstädts sei damit doppelt bis dreifach so hoch. Zum Trinken sei das Wasser damit nicht mehr geeignet.

Die hohen Werte haben allerdings auch Auswirkungen, wenn das Wasser nicht getrunken wird. "Beim Bewässern im Garten kann es zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen", erklärt Gülzow. Und Nitrate in hoher Konzentration, die in den Körper gelangten, bedeuteten ein höheres Risiko, später an Krebs zu erkranken.

Ökologisch betrachtet richten die Nitrate in den Bächen Schäden an, denn das Grundwasser sickert den Bächen der Region zu und fließt dann über die Saale und die Elbe weiter zur Nordsee. Dort wirkt das Nitrat als Dünger und fördert das Algenwachstum. "Was in der Nordsee im Großen auffällt, können viele Gartenteichbesitzer schon im Kleinen beobachten", sagt Gülzow weiter.

Seit über 30 Jahren wisse der VSR Gewässerschutz von der hohen Nitratbelastung in den Böden verschiedener Regionen, am Verhalten zum Beispiel der Landwirte habe sich allerdings nicht viel geändert. Laut Gülzow will daher die Europäische Union Grenzen setzen, was den Einsatz von Düngemitteln angeht.

Da weder der VSR Gewässerschutz noch die Bewohner genau nachvollziehen können, wodurch und durch wen die Nitrate im Grundwasser so rapide angestiegen sind, bleibt Gülzow und den Vereinsmitgliedern nichts anderes übrig, als den betroffenen Bewohnern Tipps zu geben, wofür das Wasser noch genutzt werden kann.

"Außerdem müssen die Menschen bewusster mit ihrer Umwelt umgehen, das gilt für alle", macht Gülzow deutlich. Er sieht aber vor allem die Landwirte in der Pflicht, sorgsamer mit Düngemitteln und damit mit ihren Feldern umzugehen. Denn letztlich schade der hohe Nitratwert ihnen selbst, weil das angebaute Gemüse kaum noch verwertbar sei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2013
Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einmal im Jahr zieht es die Kunden des Autohaus Saxe nach Großlehna. Von Rückmarsdorf wandern sie in den Markranstädter Ortsteil. Ihr Ziel: der Saxe-Wald. Am Samstag war es wieder so weit.

19.05.2015

Auch wenn eine Beratung der Ämter Ende September zum Thema Tempo 30 auf den Bundesstraßen in Markranstädt ein fast schon niederschmetterndes Ergebnis für sie erbrachte - die Arbeitsgemeinschaft Verkehrslärm macht weiter.

19.05.2015

Das Landratsamt hat gestern das Sportcenter Markranstädt zur Nutzung wieder freigegeben. Damit kann, wie von der Ersten Beigeordneten Beate Lehmann bei der jüngsten Stadtratssitzung angekündigt, die Sporthalle wieder eröffnet werden.

19.05.2015
Anzeige