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Markranstädt Händler gehen in Offensive und organisieren Straßenfest
Region Markranstädt Händler gehen in Offensive und organisieren Straßenfest
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14:14 19.05.2015

"Man schluckt es runter, beißt sich irgendwie durch, hofft, dass es bald zu Ende geht", erzählt Henry Gasch. Die Situation sei für alle Händler schwierig, erklärt der Inhaber des Büroartikel- und Schreibwarenladens Radschefummel. "Jeder Monat kostet uns bares Geld", erklärt er. Erst hätten alle gedacht, Ende Juni sei wie angekündigt Schluss mit der Baustelle vor ihren Läden. Darauf hätten sich alle vorbereitet. Dann sei es Mitte Juli geworden. "Dass es aber jetzt komplett geschlossen bleibt bis November, das ist echt mies", erklärt er.

Die Umsatzeinbußen seien in jedem Laden anders. Bei ihm etwa fehle wegen der Baustelle eine vierstellige Summe im Monat. "Das ist in etwa so, als wenn ein kompletter Wochenumsatz im Monat nicht da ist." Bei ihm blieben alle Kunden weg, die sonst der Durchgangsverkehr bringe. "Also zum Beispiel die Lützener, die auf dem Weg nach Leipzig bei uns Halt machen", erläutert er. Ein Geschäft werde daher die Straße verlassen, woanders sein Glück versuchen.

Die anderen kämpfen. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht, ein Netzwerk aufgebaut und uns als Händler besser kennen gelernt", erzählt Gasch. Rund 20 Händler umfasse der neue Unternehmerstammtisch.

Diese Woche trafen sie sich erneut, um ihr Vorgehen zu beraten. So sei geplant, das kleine Bürgerpicknick der Stadt am 3. Oktober zum großen Straßenfest auszuweiten. Puppentheater, Tanzgruppen, viel Musik - "tagsüber wird zu jeder Zeit immer irgendwo etwas los sein auf der Straße", beschreibt er das Konzept. Da können Antiquitäten bewertet werden, gibt es Kinderschminken, werden Thermalmassagen angeboten, gibt es sogar extra Kindertattoos. "Und am Abend spielt als Höhepunkt die Krause-Band im Filmriss", freut sich Gasch schon auf den Tag. Ähnlich zusammenarbeiten wollten die Händler auch beim Lichterfest Ende November und beim Weihnachtsmarkt.

Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) ging gestern demonstrativ mit seinen Töchtern Celia (10) und Kyra (12) einkaufen in der Leipziger Straße. Im Radschefummel erwarben sie Hefter, Stifte und mehr für die Schule. Er verstehe die Händler, so Spiske. "Ich finde gut, dass die anfänglich schlechte Stimmung weicht, sie stattdessen viele kreative Ideen haben."

Wie berichtet, lässt der Freistaat die Leipziger Straße seit Mitte vorigen Jahres in mehreren Abschnitten umbauen. Alle Geschäfte bleiben zwar für Fußgänger und Radfahrer erreichbar, aber Orts-unkundige werden weiträumig um die Stadt herumgeleitet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.08.2014
Jörg ter Vehn

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