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Markranstädt Handelskonzept soll Markranstädts Innenstadt stärken
Region Markranstädt Handelskonzept soll Markranstädts Innenstadt stärken
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15:49 06.02.2017
Die rote Zone zeigt den Zentralen Versorgungsbereich in der Kernstadt, die kleine Karte das Nahversorgungszentrum in Großlehna. Quelle: Stadt Markranstädt/GMA
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Markranstädt

Ein Einzelhandelskonzept soll künftig der Stadt Markranstädt helfen bei der Steuerung und Entwicklung. Einstimmig verabschiedeten die Räte das über einhundert Seiten starke Papier auf ihrer jüngsten Sitzung. Hintergrund sind auch Ausbaupläne ansässiger Firmen.

Ein Projekt wird in dem Papier besonders betrachtet. Der Rewe-Markt nahe dem Ortseingang an der Leipziger Straße will seine Verkaufsfläche von 1300 auf 1800 Quadratmeter erhöhen, dafür soll der aktuelle Bebauungsplan angepasst werden. Aber auch Aldi, eventuell auch Netto und Edeka, planten Veränderungen, ist in der Stadtverwaltung zu hören. Grund genug für das Rathaus, ein Steuerungsinstrument dafür zu bekommen.

„Es geht darum, einzelne Bereiche zu stärken und zu entwickeln“, erläuterte die stellvertretende Fachbereichsleiterin Heike Helbig das Konzept, das die Firma GMA im Auftrag der Stadt entwarf. Das sei wichtig, um bei Anfragen von Händlern künftig besser abwägen zu können, diene auch der Stärkung und dem Schutz der Innenstadt.

Entlang der frisch sanierten, nun deutlich einkaufsfreudiger ausschauenden Leipziger Straße sieht das Konzept den zentralen Versorgungsbereich der Kernstadt – sozusagen die City-Lage. Das Gebiet reicht von der Innenstadt-Kreuzung am Rathaus bis einschließlich Aldi-Markt und Sportcenter. Der Rewe-Markt ist in einem Sondergebietsstandort ebenso ausgewiesen wie die Netto-Märkte Hirzelplatz und Oststraße oder Nahkauf in der Krakauer Straße. Wegen seiner besonderen Bedeutung erhält auch Großlehnas „Zentrum“ den Status eines Nahversorgungszentrums.

Gestärkt werden soll vor allem die Innenstadt. „Im Sinne einer an den Leitlinien ausgerichteten Einzelhandelspolitik sollten Neuansiedlungen großflächiger Betriebe (mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche) mit zentrenrelevanten beziehungsweise nahversorgungsrelevanten Kernsortimenten auf diesen Standortbereich gelenkt werden“, empfiehlt das Konzept. Gleichwohl sieht es aber keine allzu negativen Auswirkungen, wenn sich der Rewe-Markt wie beabsichtigt deutlich vergrößert.

Das liegt auch an der Struktur des Einzelhandels. 77 Betriebe zählte die Untersuchung, davon 28 im Bereich Nahrung und Genussmittel. Von den rund 15 500 Quadratmetern Verkaufsfläche entfallen schon jetzt mit 47 Prozent knapp die Hälfte auf Nahrung und Genussmittel. Dieser Bereich erwirtschaftet aber rund 67 Prozent der gesamten Bruttoumsatzleistung des Einzelhandels von 45 Millionen Euro jährlich, errechnete die Studie. Anders ausgedrückt: Die Leipziger Straße mit ihren großen Discountern ist so etwas wie die Futtermeile der Stadt.

Laut der Untersuchung verbleiben nur 56 Prozent der Kaufkraft der Stadt in ihren Geschäften. Bezogen auf Nahrung und Genussmittel seien es aber 103 Prozent, heißt es. Der Bereich lockt also Auswärtige zum Einkaufen in die Stadt. Ein Blick auf die Nummernschilder der Autos vor Aldi, Lidl und Rewe bestätigt das.

Interessant: Die Pro-Kopf-Kaufkraft der Markranstädter schätzt die Studie auf 5167 Euro im Jahr. Das seien 95,5 Prozent des Bundesdurchschnittes und liege deutlich über dem in Sachsen.

Von Jörg ter Vehn

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