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Markranstädt „Handwerk sucht Lehrling“ auf der Markranstädter Unternehmermesse
Region Markranstädt „Handwerk sucht Lehrling“ auf der Markranstädter Unternehmermesse
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07:00 23.09.2017
Kreative Nachwuchswerbung: Anthony Ebenberck (l.,14), Justin Wetendorf (13) und Dietmar Suchoruk (57) beim Gestalten einer Kaffeetasse. Quelle: Andre Kempner
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Markranstädt

Firmen und künftige Auszubildende zusammenzubringen, ist eines der Ziele der Markranstädter Unternehmermesse (Mum). Die neunte Auflage der Regionalschau mit rund 50 Ständen und Firmen am Freitag in der Stadthalle bewies: Es ist nötiger denn je.

Mike Schärschmidt, stadtbekannter und prämierter Heizungs-, Klima- und Sanitär-Handwerkermeister, seufzt. Beim Berufsvorbereitungstag am Donnerstag in der Oberschule habe sich diesmal kein neuer Auszubildender gefunden. Da hatten sich rund 20 Unternehmen mit ihren Angeboten vorgestellt. „Vielleicht heute bei der Messe“, sagt er. Drei Interessenten habe er immerhin schon.

Bei Michael Förster vom bundesweit aktiven Malerbetrieb Heinrich Schmid, war es ein junges Mädchen, das ernsthaft Interesse hatte, einzusteigen. Der Betrieb hatte mit einem besonderen Stand auf die kreative Seite des Berufes hingewiesen. Mit Nagellacken in allen Farben und einer Schüssel Wasser konnten Kaffeebecher ansprechend individuell gestaltet werden. Mit dem Fön noch schnell trocknen – fertig war das Kunstwerk.

Stark: Florian Hienzsch (14) beim Heben am Gerät von Hagen Hering (r.). Quelle: Kempner

Geschäftsführer Holger Freyer bestätigte den Mangel an Auszubildenden. Fast gebe es schon eine Angst vorm Handwerk, meinte er. „Das liegt an den Betrieben selber,“ ist sein Credo. Er versuche jedenfalls, das verschobene Bild vom schweren Handwerk geradezurücken, frage sich, was die Jugend bewegt und wie man gegensteuern könne.

Schüler der Oberschule und des Gymnasiums stromerten am Vormittag zwischen den Ständen umher, suchten nach Infos zu Jobs, Ausbildungsplätzen und -möglichkeiten. „Was mit Versicherungen“, „bei der AOK“, „Erzieher“ und „Flugbegleiter“, lauteten beispielsweise die Ziele von Robin, Antonia, Sophie und Dominik, alle 15 bis 16 Jahre. Handwerk kam bei ihnen gar nicht vor.

Dicht umlagert waren auch weniger die Stände von Fahrzeugbau Frank oder der Kommunalentsorgung, hoch her ging es zum Beispiel bei Hagen Hering und seinem „Med4Fit“, einem Fitnessstudio mit Schwerpunkt Gesundheitssport. Bei ihm konnten sich die Schüler im Gewichtheben messen – per Computer und einem selbst entwickelten Gerät. Hering gab dabei Tipps zur richtigen Haltung.

Wie sich Senioren mit eingeschränkten Bewegungs- und Sichtmöglichkeiten fühlen müssen, konnte beim DRK mit einem spezielle Anzug nachempfunden werden. Polizei, Stromversorgung, Altenpflege – das Spektrum vorgestellter Berufe war groß. Vorträge boten zudem Einblicke ins naturwissenschaftliche Studium, den Beruf des Anlagenmechanikers, des Sozialpädagogen und mehr.

Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann hatte die Messe eröffnet und auf die große Bedeutung der Wirtschaft in Markranstädt hingewiesen. Die Firmen böten fast 5000 Arbeits- und 200 Ausbildungsplätze in der Stadt an. Mehr als fünf Millionen Euro Gewerbesteuern flößen allein in diesem Jahr in die Stadtkasse, auch der Anteil der Stadt an der Einkommenssteuer der dort Beschäftigten sei von 4,2 Millionen Euro im Jahr 2013 auf jetzt 5,4 Millionen gestiegen. Daher sei auch nicht geplant, die Gewerbesteuer anzuheben, sondern sie weiter auf einem Niveau weit unterhalb von Leipzig zu belassen.

Von Jörg ter Vehn

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