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Markranstädt Heyder kennt den Weg der Möven
Region Markranstädt Heyder kennt den Weg der Möven
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17:05 19.05.2015
"Wunderschöne Tiere": Dietmar Heyder hat Respekt vor den Möven - hier eine ausgestopfte Silbermöve -, die bis zu 30 Jahre alt werden können. Quelle: André Kempner

Dabei gilt der 69-jährige Heyder seit Jahrzehnten eigentlich als Koryphäe in Sachen Störche, kennt alle Horste der Region, viele der Gäste seit Jahren, hat inzwischen stolze 1800 Vögel beringt. Erst seit November 2011 widmet sich Heyder den Möven - und das mit der ihm eigenen Akribie.

Seit dem Ende der typischen Mülldeponien in Deutschland im Jahr 2006 hätten es die Tiere schwerer, erklärt er. Leipzig habe zudem vor zwei Jahren ein Fütterungsverbot an seinen Gewässern erlassen, was auch diesen Tieren die Futtersuche im Winter erschwere. Dennoch flögen die Vögel ständig über ihn her, wunderte sich Heyder. In der nahen Kompostieranlage am Schornstein in Markranstädt fand er den Grund. Seit Ende 2011 arbeitet er mit dem Betrieb zusammen, darf dort die Tiere mit einer Spezialeinrichtung fangen, zu Hause deren Merkmale bestimmen, sie fotografieren, vermessen, beringen und auf ihre Reise schicken.

Den bislang weitesten Weg habe eine Lachmöve mit 1830 Kilometern bis nach Madrid gemacht, so der Naturschützer. Am schnellsten unterwegs gewesen sei eine Mittelmeermöve, die er beringt hatte und die 18 Tage danach 822 Kilometer entfernt an der Adria entdeckt wurde.

Eine Karte in Heyders Akten belegt die Marschrouten der Vögel, die er in Markranstädt mit zwei verschiedenen Ringen eindeutig identifizierbar ausgestattet hat. Von der Ukraine über Norditalien und die Bretagne bis hoch nach Karelien in Finnland reichen die vielen Linien, die Heyder den Flugrouten der Tiere nachzeichnete.

Inzwischen habe er 165 Möven beringt, erzählt der Ornithologe, der nach der Wende sein Hobby zum Beruf machte und das Amt für Umweltschutz in Leipzig mit aufbaute. Vorwiegend im Winter beringe er die Möven. "Ein zeitaufwändiges Hobby - und wenn ich von der Kompostieranlage wiederkomme, stinke ich oft wie ein Wiedehopf", muss er schmunzeln.

Wunderschöne Tiere seien die Möven, meint Heyder und schaut in seine Korrespondenz mit Tierfreunden aus ganz Europa. Sobald er von der Beringungszentrale Hiddensee die Sichtung einer seiner Vögel gemeldet bekomme, frage er per E-Mail den Kollegen nach einem Foto von dem Tier. "Dank moderner Technik geht das heute alles viel leichter", sagt er und blättert durch ein Album mit stolzen Vögeln, deren Weg über Markranstädt in die große weite Welt führte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2013

Jörg ter Vehn

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